Die Bundesregierung plant mit dem Gebäudetyp E eine Abkehr von etablierten Baustandards, um Baukosten zu senken. Künftig sollen Abweichungen von den anerkannten Regeln der Technik nicht mehr als Mangel gelten. Verbraucherschützer schlagen Alarm und warnen vor massiven Qualitätseinbußen und wachsender Rechtsunsicherheit. In der Bauwirtschaft wächst die Sorge, dass Vertrauen verspielt wird und Einsparungen zulasten der Bauunternehmen und Handwerksbetriebe gehen.
Mit dem Gebäudetyp E will die Bundesregierung einen grundlegenden Wandel im Wohnungsbau einläuten. Hintergrund der Reformpläne ist die im Koalitionsvertrag festgehaltene Zielsetzung, mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Dabei soll vor allem eine Abweichung von den anerkannten Regeln der Technik (a.R.d.T.) dazu dienen, die Baukosten zu senken. Nach den aktuellen Plänen soll das dann nicht mehr automatisch als Mangel gelten. Doch in der Praxis stößt die Maßnahme auf massiven Widerstand. Besonders der Bauherren-Schutzbund (BSB) warnt eindringlich vor den Folgen der geplanten Gesetzesänderung. Sie könne zu massiven Qualitätseinbußen führen und die Risiken einseitig auf Bauherren abwälzen. Diese lehnen laut einer aktuellen Umfrage mehrheitlich die Absenkung der Baustandards ab. Selbst wenn dadurch zehn Prozent der Baukosten eingespart würden, möchten rund 60 Prozent nicht auf Qualität verzichten. Nur etwa ein Drittel der Befragten wäre zu Zugeständnissen bereit. „Die Ergebnisse machen deutlich, dass sich Verbraucher:innen bezahlbares Wohneigentum wünschen – aber nicht auf Kosten der Bauqualität“ erklärt BDB-Pressesprecher Erik Stange. „Die große Mehrheit ist nicht bereit, sich auf Abweichungen einzulassen, die sie am Ende teuer zu stehen kommen könnten.“
Verbraucherschutz gerät durch Gebäudetyp E ins Hintertreffen
Ein zentrales Problem sieht der BSB in der mangelnden Transparenz. Wenn es künftig erlaubt wäre, von technischen Standards abzuweichen, ohne dass Bauherren klar informiert werden, wäre die Grundlage für faire Vertragsverhältnisse gefährdet. Die Sorge ist groß, dass Bauunternehmen aus Kostengründen zu einfacheren und möglicherweise minderwertigen Bauweisen greifen könnten. „Wenn Bauherren nicht klar und verständlich informiert werden, können sie die Tragweite einer Abweichung von den Standards nicht erfassen“, warnt Stange. „Das öffnet der Praxis Tür und Tor, dass Unternehmen nach günstigeren, aber qualitativ schwächeren Verfahren bauen – und Verbraucher:innen stehen am Ende im Regen.“
Durch gesenkte Baustandards nur fragwürdige Effekte im Einfamilienhausbau
Neben der Qualitätssorge stellt sich auch die Frage nach der tatsächlichen Wirtschaftlichkeit. Experten bezweifeln, dass sich die erhofften Einsparungen im privaten Hausbau realisieren lassen. Der Einspareffekt durch einfachere Bauweisen sei vor allem im Mehrfamilienhausbau denkbar, wo Skaleneffekte greifen. Im individuell geplanten Einfamilienhaus dagegen seien solche Effekte marginal. „Es ist mehr als fraglich, ob Bauherren im privaten Bereich tatsächlich von geringeren Kosten profitieren würden“, so Stange weiter. „Selbst wenn Bauunternehmen geringfügig weniger Aufwand hätten, ist keineswegs sichergestellt, dass diese Einsparungen auch an die Verbraucher:innen weitergereicht würden.“ Für die Bauwirtschaft stellt sich nun die Frage, ob der kurzfristige Kostenvorteil schwerer wiegt als langfristiges Vertrauen. Denn sobald Mängel auftreten oder rechtliche Auseinandersetzungen entstehen, könnten Bauunternehmen nicht nur finanziell, sondern auch reputativ unter Druck geraten. Die geplante Abkehr von bewährten Standards könnte damit nicht zur Lösung der Wohnungsfrage beitragen, sondern sie noch verschärfen.


















Anstatt immer nur über Risiken und Nebenwirkungen zu diskutieren, wäre es jetzt an der Zeit Lösungen zu präsentieren, bevor die Bauwirtschaft vollständig danieder liegt. Ich bezweifle, dass die Bauwirtschaft ein Interesse an minderwertiger Qualität zur Preisminimierung verfolgt. Damit wäre weder dem Wirtschaftszweig noch dem Ziel, ins Bauen zu kommen geholfen. In der Praxis haben wir eher ein Finanzierungsproblem, das dazu geführt hat, dass die Immobilienbranche mit dem Zwang stetig steigender Rendite, keine Projekte mehr angehen kann, ohne von der Bauwirtschaft Dumpingpreise in der Planung und Erstellung zu verlangen. Und werden noch gerade realistische Kosten für die Bauleistung gezahlt, müssen Käufer und Mieter die Mehrkosten tragen.
diejenigen die dies befühworten haben noch nie mit einem Lehrer ,Anwalt oder Mitarbeiter von Audi gebaut