Gebremste Digitalisierung im Baugewerbe

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Foto: Roland Riethmüller

Laut einer aktuellen Umfrage ist die Digitalisierung im Handwerk bereits in vollem Gange. Doch die weitere Ausdehnung wird hauptsächlich durch den Fachkräftemangel und den fehlenden Ausbau der Breitbandanschlüsse gebremst. Dabei mangelt es kaum an Interesse sondern primär eher an den fehlenden Rahmenbedingungen. Dennoch plant der Großteil der Handwerksbetriebe im laufenden Jahr eine stärkere Fokussierung auf die Digitalisierung.

Die Digitalisierung ist in vielen Handwerksbetrieben bereits angekommen. Das bestätigt eine aktuelle Umfrage des Baden-Württembergischen Handwerkstages (BWHT). Demnach haben gut 60 Prozent der 1.500 befragten Betriebe in Baden-Württemberg bereits Maßnahmen zur Digitalisierung realisiert.

Fachkräftemangel und geringe Verbreitung der Breitbandanschlüsse bremst besonders

Gebremst wird das weitere Engagement der Handwerksbetriebe vor allem durch den Fachkräftemangel und das Fehlen von Breitbandanschlüssen. So berichten 48 Prozent der befragten Betriebe von fehlenden personellen und zeitlichen Ressourcen zur Umsetzung der Digitalisierung. “Wer kaum neues Personal findet und die vorhandenen Kräfte voll ausgelastet sind, dem fehlen oft die Ressourcen für neue und innovative Projekte“, erklärt Landeshandwerkspräsident Rainer Reichhold. Doch auch der lückenhafte Ausbau der Breitbandanschlüsse hemmt laut 44 Prozent der Befragten die stärkere Verbreitung der Digitalisierung. Das hält vor allem die Betriebe im Ausbaugewerbe ab, da sie oft große Datenmengen versenden müssen. Daher setzen viele Fachbetriebe ihre Hoffnung auf die neuen Initiativen der Landesregierung zur Förderung des schnellen Ausbaus.

Großes Interesse an der Digitalisierung im Baugewerbe

“An mangelndem Interesse der Betriebe liegt es jedenfalls nicht“, versicherte Reichhold. Denn mit 47 Prozent nimmt fast die Hälfte der Betriebe die Digitalisierung als Chance hin und 42 Prozent sehen weder Vor- noch Nachteile. Nur knapp acht Prozent der Betriebe betrachten die Digitalisierung als Bedrohung und vier Prozent enthalten sich einer Meinung. Die Verbesserung der Geschäftsprozesse ist für viele das wichtigste Thema. So haben 36 Prozent der Befragten beispielsweise Softwarelösungen für Planung oder Verwaltung in Betrieb genommen. 19 Prozent setzen innovative Maßnahmen im Bereich Produktion und Technologie ein und zwölf Prozent beschäftigen sich mit neuen digitalen Geschäftsmodellen. “Die Betriebe fangen zunächst klein an und tasten sich dann weiter vor”, erklärt Reichhold. Immerhin planen knapp die Hälfte der Betriebe in den nächsten zwölf Monaten einen weiteren Ausbau ihres Engagements in Richtung Digitalisierung.

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