Digitalisierung im Baugewerbe immerhin in kleinen Schritten

Digitalisierung im Baugewerbe immerhin in kleinen Schritten
Foto: Roland Riethmüller

Auch wenn es im Baugewerbe im Hinblick auf die Digitalisierung nur mit kleinen Schritten vorangeht, es tut sich etwas. So bescheinigt eine aktuelle Teilstudie des “Digitalisierungsindex Mittelstands 2018” der Branche einen Anstieg von rund vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Demnach setzen bereits 33 Prozent der Betriebe voll auf Digitalisierung und treiben die digitale Transformation im Baugewerbe aktiv voran.

Das Interesse an der Digitalisierung steigt im Baugewerbe stetig an. Dennoch ergibt ein Branchenvergleich, dass sich dieser Wirtschaftszweig in Sachen Digitalisierung immer noch im unteren Drittel befindet. So liegt am Bau der “Digitalisierungsindex Mittelstands 2018” momentan bei 51 Punkten. Der vom Analystenhaus techconsult und der Telekom gesetzte Zielwert von 100 Punkten kann jedoch nur dann erreicht werden, wenn die höchste Relevanz auf allen verfügbaren digitalen Handlungsfeldern gegeben ist und die Zufriedenheit der Umsetzung maximal wäre. Trotzdem erkennen immer mehr Betriebe des Baugewerbes die Vorteile, die die Digitalisierung bieten kann. So ist immerhin bei 33 Prozent der Betriebe im Baugewerbe die Digitalisierung bereits fest in der Geschäftsstrategie verankert. Zum Vergleich – in anderen Branchen liegt der Wert bei 45 Prozent.

Was bietet die Digitalisierung dem Baugewerbe?

Auch im Baugewerbe werden die Kunden immer anspruchsvoller und möchten ihre Ansprechpartner jederzeit erreichen können. Die permanente Auskunftsfähigkeit ist allerdings nur gegeben, wenn auf den Baustellen die Mitarbeiter mit Smartphones und Laptops ausgestattet sind, sowie auf Kundeninformationen und Baupläne mobilen Zugriff haben. Die Digitalisierung mithilfe mobiler Endgeräte erleichtert zudem die Erfassung der Arbeitsstunden der Mitarbeiter und erspart manuelle Nachbearbeitungen. Aufgrund der vereinfachten Bearbeitungen und der jederzeit möglichen Kommunikation mit den Kunden wird die Arbeit der Unternehmen effizienter und zeitsparender durchgeführt. Auch steigt die Kundenzufriedenheit, wenn die Unternehmen auf Kundenanfragen schneller reagieren. Die mobile Kommunikation mit den Kunden verläuft via Konferenzlösungen, Kalender und E-Mails.

Die Digitalisierung optimiert Datenschutz und Sicherheit

Im Frühjahr 2018 trat die neue Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) in Kraft. Wahrscheinlich ist das auch einer der Gründe, warum der Digitalisierungsindex in der Baubranche anstieg. Mithilfe der Digitalisierung können sowohl der Datenschutz, wie auch die Sicherheit optimiert werden. In der Baubranche zahlte sich bisher die digitale Transformation bereits aus. Die Cloud setzte sich durch, so dass mehr und mehr Bauunternehmen auf Cloud-Anwendungen zugreifen. Sie sind flexibel, kostensparend und skalierbar. Im Jahr 2017 nutzten 17 Prozent der Betriebe IT-Infrastrukturen aus der Datencloud, im Jahr 2018 sind es bereits 30 Prozent. Unternehmen mit Cloudanwendungen entwickeln neue Geschäftsideen oftmals leichter und können interne Prozesse effizienter bearbeiten, weil sie sich flexibler organisieren können.

Je schneller die Digitalisierung erfolgt, des sicherer ist die Wettbewerbsfähigkeit

Mittlere und kleine Betriebe im Baugewerbe, die bisher nicht an Digitalisierung gedacht haben, sollten zur Sicherung der eigenen Wettbewerbsfähigkeit dringend umdenken. Mitarbeiterschulungen steigern bei den Mitarbeitern die digitale Kompetenz. Die Kosten für die Digitalisierung rechnen sich schnell, weil der Nutzen größer ist.

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