Baugewerbe kommt in Sachen Digitalisierung gut voran

Baugewerbe kommt in Sachen Digitalisierung gut voran
Foto: Roland Riethmüller

Obwohl der Digitalisierungsgrad im Baugewerbe im Vergleich zum Vorjahr komplett gleich geblieben ist, sind Erfolge der Digitalisierung durchaus messbar. Fortschritte gab es demnach im Bereich der digitalen Kundenansprache. Denn Beratungsangebote finden immer öfter digital statt. Auch setzen viele Baubetriebe ein digitales Bautagebuch ein. Hier werden von der Planung bis hin zur Ausführung alle Daten erfasst. Zunehmend hat auch die Corona-Pandemie der Digitalisierung im Baugewerbe in die Karten gespielt.

Im deutschen Baugewerbe ist der Digitalisierungsgrad mit 52 von 100 Punkten gegenüber des Vorjahres gleich geblieben. Trotzdem sind digitale Erfolge sichtbar. Die Bauunternehmen liegen nur noch sechs Punkte unter dem Branchendurchschnitt. 38 Prozent der Unternehmen haben ihre Geschäftsstrategie entsprechend umgestellt. Bei allen Branchen liegt die Quote bei 53 Prozent. 40 Prozent davon setzen zumindest einzelne digitale Projekte um. Das ist das Ergebnis der Telekom-Studie „Digitalisierungsindex Mittelstand 2020/2021“.

Kundenbeziehungen mit zunehmend digitaler Unterstützung

In der digitalen Kundenansprache erzielten die Unternehmen Fortschritte, denn immer mehr Unternehmen setzen bei den Beratungsangeboten auf digitale Kanäle. Rund 17 Prozent der Betriebe haben Online-Konfiguratoren im Einsatz, um die individuellen Bedürfnisse der Kunden passgenau zu erfüllen. 18 Prozent der Betriebe ermöglichen ihren Kunden einen virtuellen Einblick. Gebäude und Räume können so bereits vor einem Ortstermin in Augenschein genommen werden. Insgesamt hat sich bei den Kundenbeziehungen der Indexwert um einen Punkt auf 51 erhöht. „Für den Erfolg der Bauunternehmen wird es immer wichtiger, auf die individuellen Wünsche der Kunden mit digitalen Tools einzugehen“, sagt Thomas Spreitzer, verantwortlich für Vertrieb kleine und mittlere Unternehmen, Partnervertrieb und Marketing bei Telekom Deutschland. Weiterhin betont er, dass die Baubranche den digitalen Nachholbedarf erkannt habe.

Durch Tools zu mehr Digitalisierung im Baugewerbe

Doch auch der Einsatz branchentypischer Fachanwendungen steigt. So nutzen bereits 31 Prozent der Unternehmen ein digitales Bautagebuch. Dabei werden von der Planung bis zur Ausführung alle Daten dokumentiert. Das betrifft ebenso den Baufortschritt wie die Mängelanzeigen. Alle Informationen sind digital hinterlegt und können von allen Projektbeteiligten eingesehen werden. 15 Prozent nutzen bereits die Methode Building Information Modeling (BIM). Damit sind bereits vor dem Bau digitale Simulationen möglich.

Geringer Einfluss durch Corona

Im Gegensatz zu anderen Branchen ist das deutsche Baugewerbe weniger von Corona betroffen. Dennoch hat die Pandemie die Digitalisierung in der Baubranche angekurbelt. 46 Prozent der Bauunternehmen haben ihr Geschäftsmodell entsprechend angepasst. Bei 53 Prozent der Betriebe werden die Büroarbeiten ins Homeoffice verlagert. Lediglich zwölf Prozent der Betriebe wollen ihre Digitalisierungsvorhaben im Jahr 2021 reduzieren. Sieben von zehn Betrieben gehen aber davon aus, dass sie auch weiterhin in die Digitalisierung investieren wollen.

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