Handwerk dominiert Baugewerbe, doch verliert Bedeutung

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Foto: Roland Riethmüller

Innerhalb der Volkswirtschaft in Deutschland hat das Handwerk schon immer eine besondere Stellung innegehabt. Eine genaue Einordnung war bislang wegen der unterschiedlichen statistischen Daten kaum möglich. Doch eine neue Studie zeigt, dass der Handwerksberuf vor allem im Baugewerbe vertreten ist, insgesamt jedoch deutlich an Bedeutung verloren hat. Das zeigt sich besonders an der dualen Ausbildung, die eine abnehmende Tendenz vorzuweisen hat.

Der Handwerksberuf hat in den vergangenen Jahren seine wichtige Position verloren. Zu diesem Schluss kommt das Volkswirtschaftliche Institut für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen (ifh Göttingen). Und das macht sich besonders bei der dualen Ausbildung bemerkbar. Zwar übersteigt die Ausbildungsquote des Handwerks die der Gesamtwirtschaft deutlich, doch es zeigen sich abnehmende Tendenzen. Da kann auch das hohe Weiterbildungsinteresse insgesamt nicht darüber hinwegtäuschen. Denn das trifft auch auf die Meisterprüfungen zu. So verstärkt sich dieser Trend durch die vielen Soloselbstständigen und die kleineren Unternehmen in den zulassungsfreien Handwerksberufen. Seitdem die Meisterpflicht abgeschafft wurde, fehlt es deutlich an Ausbildern und Bildungsqualität im Handwerk, bemängelt die ifh-Studie.

Defizite beim Verdienst

Rund 16 Prozent aller Wirtschaftsunternehmen sind dem Handwerksberuf zuzuordnen. 13 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Angestellte und Arbeiter gehören ebenfalls diesem Berufszweig an. Diese Unternehmen erwirtschaften neuen Prozent des Umsatzes. Eine wichtige Position nimmt der Handwerksberuf vor allem in der Bauwirtschaft ein und konnte hier sogar die Position zahlenmäßig noch weiter ausbauen. Handwerksbetriebe sind in der Sparte Baugewerbe größer als die Industrieunternehmen. Doch deutlich weniger fällt in der Gesamtwirtschaft der Verdienst des Handwerks aus. Es besteht eine Differenz von 20 Prozent. Bei den Fachkräften ist der Unterschied sogar noch deutlicher, An- und ungelernte Mitarbeiter sind weniger davon betroffen. Was die Ausbildungsvergütung anbelangt, wo wird dort auch in Bezug auf die Gesamtwirtschaft weniger bezahlt.

Handwerk hat durch die HwO-Reform gelitten

Das Fazit der Studie zeigt, dass das Handwerk in den vergangenen Jahren in sehr vielen Bereichen an Bedeutung verloren hat. Dagegen verbuchen die Soloselbstständigen gestiegene Anteile. Doch es zeigt sich auch, dass immer mehr kleinere Unternehmenseinheiten gegründet werden, die weniger Beschäftigte und Auszubildende haben. Grund dafür dürfte die 2004 in kraft getretene Reform der Handwerksordnung sein, erklärt die ifh-Studie. Die volkswirtschaftliche Stellung des Handwerks hat dadurch sehr gelitten. Es kann somit klar festgestellt werden, dass durch die Abschaffung der Meisterpflicht in den Handwerksberufen diese Sparte am Absinken ist. Das spiegelt sich auch bei der Humankapitalbildung wider. Die ifh-Forscher fordern deshalb von der neuen Regierung ein Umdenken mit dem Ziel, die Meisterpflicht wieder einzuführen.

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