Heizungsboom in Deutschland: Wärmepumpen, Gas und Öl legen zu

Heizungsboom in Deutschland Wärmepumpen, Gas und Öl legen zu
Foto: BDH

Die Nachfrage nach neuen Heizungen in Deutschland erlebt in diesem Jahr einen regelrechten Boom. Laut der Heizungsindustrie stiegen die Verkaufszahlen im ersten Quartal um 38 Prozent, bei Wärmepumpen sogar um 111 Prozent. Doch auch Gas- und Ölheizungen legten trotz der Rahmenbedingungen deutlich zu, während Pellets an Bedeutung verloren. Trotz aller Herausforderungen wird mit einem anhaltenden Wachstum im Heizungssektor gerechnet.

Im ersten Quartal des Jahres 2023 erlebte Deutschland eine erhöhte Nachfrage nach neuen Heizungen. Laut dem Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) stiegen die Verkaufszahlen im Wärmeerzeuger-Markt um insgesamt 38 Prozent auf 306.500 verkaufte Anlagen. Besonders bemerkenswert war der Boom bei Wärmepumpen, deren Verkaufszahlen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 111 Prozent gestiegen sind.

Auch fossile Brennstoffe wieder gefragt

Selbst der Absatz von Gasheizungen hat im ersten Quartal 2023 wieder angezogen. Noch im Vorjahr war ein Rückgang von acht Prozent zu spüren. Doch trotz der weggefallenen Gaslieferungen aus Russland aufgrund des Ukrainekrieges und der damit verbundenen angespannten Versorgungslage stieg der Verkauf um 14 Prozent. Auch der Absatz von Ölheizungen hat sich im Vergleich zum Vorjahr sogar verdoppelt, hat jedoch mit 21.500 verkauften Anlagen nur einen Marktanteil von sieben Prozent. Hingegen verloren Pellets an Bedeutung und verzeichneten einen Rückgang von elf Prozent. Der Grund dafür sei die drastische Kürzung der staatlichen Förderung seit August letzten Jahres, die vom BDH entsprechend kritisiert wird.

Ungleichgewicht bei klimaneutralen Energieträgern

BDH-Hauptgeschäftsführer Markus Staudt freut sich über den Trend zur Modernisierung der Heiztechnik. Das sei gut für das Klima, die deutsche Wirtschaft und die Bevölkerungen, da heutige Heizungen den Energiebedarf effizient senken können. „Aber wir sind besorgt wegen des Ungleichgewichts beim Wachstum”, erklärt Staudt. “Während die Wärmepumpen-Hersteller am Limit arbeiten, gibt es noch großes Potenzial bei der Biomasse, die als klimaneutraler und erneuerbarer Energieträger ebenfalls einen wichtigen Beitrag zur Wärmewende leisten kann.“

Weiteres Wachstum trotz anhaltender Herausforderungen

Für die Zukunft wird ein anhaltendes Wachstum von deutlich über 10 Prozent beim Absatz von Wärmeerzeugern erwartet. Dabei werden Wärmepumpen den größten Anteil ausmachen. Trotzdem beeinflussen die volatilen Energiepreise mit einer tendenziellen Aufwärtsbewegung die künftige Marktentwicklung. Die hohe Inflation und weiter steigenden Zinsen können leicht zu einer Verringerung der Kaufkraft und damit steigenden Stornierungen führen. Auch ein weiterer Einbruch im Neubausegment könnte das weitere Wachstum behindern.

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