Hohe Heizenergiepreise bedrohen die Energiewende

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Foto: BWP

Dass es eine Energiewende gibt, ist beim Verbraucher immer noch nicht vollständig angekommen. Obwohl von Seiten der Bundesregierung hohe Anreize für den Kauf von Wärmepumpen bestehen, hinkt der Absatz immer noch hinter den Erwartungen zurück. Schuld daran sind die Energiepreise, die eine Energiewende blockieren. Für die meisten Verbraucher ist der Strom viel zu teuer, um auf Wärmepumpen umzusteigen.

Deutschland ist zwar bei der Energiewende auf dem richtigen Weg, aber was die Heizung und die Warmwasseraufbereitung betrifft, so hat sich die Entwicklung nicht wirklich verbessert. Während jede dritte Kilowattstunde beim Strom mit einem Anteil von 32,5 Prozent aus erneuerbaren Energien kommt, so liegt der Anteil beim Heizen lediglich bei zehn bis zwölf Prozent.

Die Wärmepumpe soll eigentlich der wichtigste Wärmeerzeuger werden

Bis zum Jahr 2050 sollen elektrische Wärmepumpen die alte Heiztechnik aus Gas und Öl ablösen. Aber Schuld an der Stagnation sind die hohen Stromkosten. Bei Preisen von 21 Cent für Heizstrom ist es verständlich, dass die Verbraucher immer noch auf Heizöl und Gas setzen, denn hier liegen die Preise bei fünf bis sechs Cent. So sieht der Geschäftsführer des Bundesverbandes Wärmepumpen (BWP), Karl-Heinz Stawiarski, vor allem die Politik in der Verantwortung für diesen Missstand. Denn während Heizöl in Deutschland kaum besteuert wird, setzt sich der Heizstrompreis zu 76 Prozent aus Steuern, Abgaben und Umlagen zusammen. „Wärmepumpen-Nutzer zahlen die volle EEG-Umlage und leisten so einen Beitrag zur Finanzierung der Einergiewende. Heizöl, ein Hauptverursacher der globalen Erderwärmung, wird gar nicht beteiligt. Das ist nicht nur kontraproduktiv, sondern auch ungerecht“, beschwert sich Stawiarski und fordert die Einführung eines CO2-Preises, um dem Wärmemarkt eine entsprechende Dynamik in Gang zu setzen.

Die Zukunft soll elektrisch werden

Wärmepumpen werden zwar elektrisch betrieben, sind jedoch wesentlich effizienter. Die Technik kann sich aber nur dann am Markt durchsetzen, wenn die Strompreise deutlich sinken. Denn durch die hohen Strompreise sehen sich die Verbraucher nicht zum Umdenken veranlasst. So sind aktuell fossile Energien aufgrund des niedrigen Preises für die Hausbesitzer immer noch wesentlich attraktiver als Strom. Aus diesem Grund erfolgt ein Wechsel nur schleppend. Nur der Umweltgedanke hat bisher einige Verbraucher zum Wechsel veranlasst. Das reicht für die Energiewende aber nicht aus.

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