Klimafreundlich mit Beton bauen? Schon heute möglich!

Foto: Roland Riethmüller

Laut einer aktuellen Studie zum CO2-effizienten Betonbau ist Klimaschutz am Bau sofort machbar. Durch optimierte Mischungen, effiziente Tragwerksplanung und den Einsatz von Sekundärrohstoffen lassen sich Emissionen im Hochbau um bis zu 50 Prozent senken – ganz ohne Mehrkosten. Der Baustoff Beton erweist sich dabei als Schlüssel zur schnellen Umsetzung der Klimaziele und bietet Bauunternehmen sowie Handwerkern wirtschaftliche Spielräume für nachhaltiges Bauen.

Bereits mit heute bestehenden Technologien und Baustoffen lassen sich im Hochbau die CO2-Emissionen im Betonbau gegenüber dem Niveau aus dem Jahr 2020 um bis zu 50 Prozent senken – ganz ohne Qualitätseinbußen oder erhebliche Mehrkosten. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des Bauindustrieverbands Niedersachsen-Bremen unter dem Titel „Nachhaltiger und klimaeffizienter Betonbau – Kleine Maßnahmen mit großer Wirkung“. Die Studienautoren Michael Haist von der Leibniz Universität Hannover gemeinsam mit Tobias Schack und Vincent Oettel  von der Technischen Universität Braunschweig (TU Braunschweig) liefern damit praxisnahe Handlungsempfehlungen für einen klimaeffizienten Betonbau. In der Studie analysieren die Wissenschaftler insbesondere die Emissionen, die beim Errichten von Tragwerken entstehen, und nehmen dabei Werkstoffe wie Beton, Stahlbeton und Spannbeton in den Fokus. Die Untersuchung orientiert sich an aktuellen Normen und internationalen Vorgaben, etwa der neuen Richtlinie vom Deutschen Ausschuss für Stahlbeton (DAfStb) zur CO2-Minderung in Tragwerken sowie den Klimazielen des Weltklimarats IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change). Dabei belegen die Ergebnisse, dass klimaschonender Betonbau nicht nur möglich, sondern wirtschaftlich und sofort umsetzbar ist.

Betonbau kann bereits heute klimafreundlich gestaltet werden

Eine optimierte Betonzusammensetzung in Verbindung mit materialeffizienter Tragwerksplanung ermöglicht laut Studie CO2-Einsparungen von 30 bis über 50 Prozent. Auch der Einsatz von Sekundärstoffen wie Hüttensand, Flugasche oder Kalksteinmehl sowie rezyklierten Ausgangsstoffen, wie beispielsweise aus Abbruchmaterial, birgt erhebliche Potenziale. Werden diese gezielt kombiniert, können sie die Umweltbilanz deutlich verbessern und sofort messbar Emissionen vermeiden. „Die Bauwirtschaft steht in der Pflicht, ihren Beitrag zur Einhaltung der Pariser Klimaziele zu leisten“, erklärt der Stiftungsvorsitzende Frank Siebrecht. „Die Studie zeigt, dass wir nicht auf Technologien von morgen warten müssen.“

CO2-Klassen machen Klimaschutz in Ausschreibungen steuerbar

Ein weiteres zentrales Ergebnis der Studie ist die Einführung von Klassifikationssystemen wie dem CSC-Level vom Concrete Sustainability Council (CSC) oder die neue Treibhausgas-Minderungsklasse des DAfStb. Diese ermöglichen es Bauherren, CO2-Ziele direkt in Ausschreibungen zu integrieren und die Umsetzung messbar zu machen. Die Grundlage für verbindlichen Klimaschutz im Bauwesen sei damit gelegt.

Handlungsspielräume für alle Akteure der Bauwirtschaft

Die Autoren appellieren an alle Beteiligten der Wertschöpfungskette: Bauherren sollten CO2-Ziele frühzeitig festlegen, Planer auf regional optimierte Baustoffe zurückgreifen, die öffentliche Hand klimafreundliche Ausschreibungen ermöglichen und die Industrie zertifizierte, standardisierte Produkte anbieten. „Wir müssen raus aus der Projektphase und rein in die Serie, die Zeit drängt – und der Baustoff Beton kann, wenn richtig eingesetzt, Teil der Lösung sein“, bringt es Siebrecht auf den Punkt.

Wie sieht die nachhaltige Zukunft der Bauwirtschaft aus?

Kommentare

5 2 Bewertungen
Wie gefällt Ihnen dieser Artikel?
Abonnieren
Benachrichtigen bei
1 Kommentar
Älteste
Neueste Meistbewertet

Wir brauchen auch in Zukunft den Baustoff „Beton“. Wohl aber in einer anderen Zusammensetzung…

Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen?

Dann melden Sie sich doch gleich an zum kostenlosen E-Mail-Newsletter und lassen sich über weitere Neuigkeiten wöchentlich informieren!

Hinweis: Sie können den Newsletter von meistertipp.de jederzeit und kostenfrei abbestellen. Ihre Daten werden nur zum Versand des Newsletters genutzt. Wir geben Ihre Daten nicht weiter. Mehr Informationen zum Umgang mit Nutzer-Daten finden Sie in unserer Datenschutz-Erklärung.

Das könnte Sie auch interessieren

Messen & Kongresse Übersicht 2026

Der große Meistertipp-Kalender: Messen und Kongresse 2026 für Bauindustrie, Baugewerbe, Bauhandwerk und die Bauwirtschaft.

Newsletter

Verpassen Sie nichts mehr mit unserem kostenlosen Newsletter. So werden Sie frühzeitig über anstehende Veranstaltungen informiert und bleiben immer auf dem neusten Stand.

Hinweis: Sie können den Newsletter von meistertipp.de jederzeit und kostenfrei abbestellen. Ihre Daten werden nur zum Versand des Newsletters genutzt. Wir geben Ihre Daten nicht weiter. Mehr Informationen zum Umgang mit Nutzer-Daten finden Sie in unserer Datenschutz-Erklärung.