Die EH55-Förderung bringt neue Hoffnung für den Wohnungsbau: Die Bundesregierung stellt weitere 250 Millionen Euro bereit, um genehmigte Bauprojekte endlich umzusetzen. Bereits 52.100 Wohnungen wurden seit Dezember 2025 gefördert. Für Bauunternehmen und Handwerksbetriebe könnten dadurch zusätzliche Aufträge entstehen. Doch die Zeit drängt, denn die Fördermittel stehen längstens bis Ende 2026 zur Verfügung. Branchenverbände warnen deshalb vor einer erneuten Förderlücke im kommenden Jahr.
Die Bundesregierung stockt die EH55-Förderung um 250 Millionen Euro auf und verhindert damit ein vorzeitiges Ende des Förderprogramms. Seit Dezember 2025 wurden bereits rund 52.100 Wohnungen mit einem Kredit- und Zuschussvolumen von 4,9 Milliarden Euro gefördert. Für Bauunternehmen und Handwerksbetriebe eröffnet die Fortsetzung der Neubauförderung weitere Auftragsperspektiven. Die Bauwirtschaft begrüßt die Entscheidung, warnt jedoch vor einer erneuten Förderlücke Anfang 2027. Denn die hohe Nachfrage hatte das ursprünglich vorgesehene Förderbudget von 800 Millionen Euro nahezu aufgebraucht. Ohne zusätzliche Mittel wäre das Programm voraussichtlich noch vor Jahresende ausgelaufen. Mit der Aufstockung auf insgesamt 1,05 Milliarden Euro können weitere genehmigte Bauvorhaben aktiviert werden. Bundesbauministerin Verena Hubertz sieht darin einen wichtigen Impuls für den Wohnungsbau.
EH55-Förderung sichert weitere Bauaufträge
Die Förderung richtet sich an Bauherren, die bereits über eine gültige Baugenehmigung verfügen. Unterstützt werden Neubauten und Ersterwerbe im Effizienzhausstandard 55, sofern die Wärmeerzeugung vollständig auf erneuerbaren Energien basiert. Über die KfW stehen zinsverbilligte Kredite von bis zu 100.000 Euro je Wohneinheit bereit. Kommunen können alternativ Zuschüsse von 7,5 Prozent erhalten. Anträge sind bis zur Ausschöpfung der zusätzlichen Fördermittel möglich, spätestens jedoch bis zum 31. Dezember 2026. Damit erhalten Investoren zusätzliche Planungssicherheit und Bauunternehmen die Aussicht auf weitere Projekte.
Bauwirtschaft begrüßt zusätzliche Fördermittel
Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) bewertet die Entscheidung positiv. „Die Fortsetzung der EH55-Förderung ist ein gutes und wichtiges Signal für die Branche und alle, die bauen wollen“, erklärt ZDB-Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa. „Damit ist die drohende Förderlücke erstmal vom Tisch. Die Politik hat zugehört. Dafür sind wir dankbar.“ Besonders Familien und kleinere Investoren seien auf stabile Rahmenbedingungen angewiesen. Nach Verbandsangaben stammen zwei Drittel der Wohnungsbauaufträge aus diesem Bereich. Angesichts durchschnittlich 27 Monaten zwischen Genehmigung und Fertigstellung könnten wechselnde Förderbedingungen Bauentscheidungen erheblich erschweren.
Auch der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) unterstützt die Aufstockung. „Bundesbauministerin Verena Hubertz zeigt Pragmatismus, indem sie im bestehenden Haushaltsrahmen die verfügbaren Spielräume für den Wohnungsbau ausnutzt“, betont HDB-Präsident Olaf Demuth.
Wohnungsbau braucht Förderung auch 2027
Trotz der zusätzlichen Mittel bleibt die langfristige Finanzierung des Wohnungsneubaus ungeklärt. Der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW fordert deshalb verlässliche Förderbedingungen über den Jahreswechsel hinaus. „Denn Wohnungsbau braucht verlässliche Rahmenbedingungen und keine Förderpolitik im Stop-and-go-Modus“, mahnt GdW-Präsident Axel Gedaschko. So fordert auch der ZDB eine Anschlusslösung und schlägt vor, die EH55-Plus-Förderung bis zur geplanten Neuordnung der Förderprogramme im Sommer 2027 fortzuführen. Für Bauunternehmen und Handwerksbetriebe ist entscheidend, dass aus den zusätzlichen Förderzusagen tatsächlich neue Bauaufträge entstehen. Eine erneute Unterbrechung könnte den gerade gewonnenen Schwung im Wohnungsbau wieder bremsen.

















