Leben der Bauarbeiter nicht riskieren

Jedes Jahr sterben auf deutschen Baustellen etliche Bauarbeiter. Anlässlich des Welttages für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz spricht sich die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) für einen bewussteren Umgang mit Gefahren am Arbeitsplatz aus. Denn oft sind es Kleinigkeiten, die Unfälle vermeiden und Arbeitsbedingungen verbessern. Kosteneinsparungen dürfen nicht zu Lasten der Bauarbeiter gehen.

Am 27. April wurde weltweit anlässlich des Workers’ Memorial Day den verstorbenen Bauarbeitern gedacht. Alleine in Deutschland verstarben 135 von ihnen auf Baustellen. Die IG BAU macht darauf aufmerksam, dass die Gefährdung der Mitarbeiter am Bau ungleich höher ist und spricht sich für mehr Arbeits- und Gesundheitsschutz aus. Denn oft hätten bereits mit geringen Mitteln und besserem Arbeitsbedingungen viele Unfälle vermieden werden können, so der stellvertretende IG BAU-Bundesvorsitzende Dietmar Schäfers. „Die Arbeitgeber haben eine Fürsorgepflicht für ihre Beschäftigten. Kostendruck darf kein Argument dafür sein, das Leben und die Gesundheit von Menschen zu riskieren“.

Wie leicht sich Gefahren am Bau vermeiden lassen, wurde von der IG BAU in der Praxis gezeigt. Denn während neue Baufahrzeuge seit 2009 durch eine Norm von eingeschränkten Sichtfeldern nach hinten befreit sind, können und müssen bei älteren Baufahrzeugen Kamerasysteme nachgerüstet werden. Denn durch Rückfahrkameras können Einschränkungen in der Sicht nach hinten gerade bei alten Baufahrzeuge leicht und kostengünstig vermieden werden. Gerade bei großen Baumaschinen wie Baggern oder Radladern kann der toten Winkel und die Gefährdung beim Rückwärtsfahren ansonsten zu einer Todesfalle für in der Nähe stehende Bauarbeiter werden. Die Betriebssicherheitsverordnung verlangt zwar diese Nachrüstung, die Praxis zeigt jedoch, dass dies effektiv überwacht und kontrolliert werden muss. IG BAU-Regionalleiter Arno Haas versteht die Logik nicht: „Wer auf Kosten der Gesundheit seiner Beschäftigten sparen will, sollte merken, dass es am Ende teurer für ihn wird.“ Denn der Einbau eines Kamerasystems kosten in der Regel rund 800 Euro und wird durch die IG BAU zur Hälfte bezuschusst.

Doch nicht nur rückwärts gerichtet muss der Fahrzeugführer freie Sicht haben, er braucht auch die Unterstützung der anderen Bauarbeiter. Denn um Unfälle zu vermeiden, sollte sich nicht nur hinter der Baumaschine keiner aufhalten, auch aus dem Gefahrenbereich neben des Baufahrzeugs sollten sich die Bauarbeiter fern halten. „Die Leute müssen lernen, den Gefahrenbereich zu meiden,“ sagt IG BAU-Mitglied Rudi Clemens und weist auf die entsprechenden Schulungen der IG BAU zu Sicherheitsfragen hin.

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