Die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft, BG Bau, hat neue Zahlen über Arbeitsunfälle vorgelegt. Mit ihrer Präventionsarbeit leistet die BG Bau einen wertvollen Teil zum Thema Unfälle beim Bau. Dennoch ist die Zahl der Unfälle beim Bau immer noch zu hoch. Hinzu kommt noch die Dunkelziffer, denn nicht jeder Arbeitsunfall wird gemeldet. Die BG Bau fordert deshalb einen höheren Kontrolldruck, besonders bei den Betrieben, wo die Sicherheit am Arbeitsplatz keine große Rolle spielt.
Die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG Bau) hat eine neue Statistik zum Thema Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit vorgelegt. Demnach ist die Bauwirtschaft immer noch durch zu viele Arbeitsunfälle geprägt. Dabei ist jeder Unfall am Arbeitsplatz einer zu viel. „Das Unfallgeschehen auf dem Bau ist nach wie vor hoch”, bestätigt auch Robert Feiger, Vorstandsvorsitzender der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau). “Das macht die Statistik der BG Bau deutlich. Außerdem dürfte die Dunkelziffer der Bauunfälle noch einmal deutlich höher sein.” Denn die Gewerkschaft vermutet, dass viele – gerade kleinere – Unfälle gar nicht gemeldet werden. Zudem seien viele Unfälle bagatellisiert oder werden vertuscht, gerade wenn viele ausländische Beschäftigte auf der Baustelle arbeiten.
Arbeitsunfälle auf Baustellen als Sorgenkind der Branche
Dabei sind noch immer die Baustellen das Sorgenkind am Bau. Die Höhe der Unfallzahlen zeigt, dass der Arbeits- und Gesundheitsschutz nicht immer ernst genommen wird. Das oberste Ziel lautet deshalb, die Arbeitsunfälle so weit wie möglich zu reduzieren. Besonders gefordert sind dabei die kleineren Betriebe. Oberste Priorität ist der Schutz am Arbeitsplatz. Hohe Kosten und der Zeitdruck sind kein Argument, um den Arbeitsschutz und die Arbeitssicherheit zu vernachlässigen. Die BG Bau leistet deshalb einen wichtigen Beitrag zur Prävention.
Die Bauwirtschaft braucht mehr effektive Kontrollen
Ebenso wichtig sind aber auch die staatlichen Arbeitsschutzkontrollen. Besonders hier ist das Defizit groß. Betriebe, die es mit dem Schutz am Arbeitsplatz nicht so genau nehmen, müssten stärker kontrolliert werden. Es sei das falsche Signal, nur auf die Eigenverantwortung der Betriebe zu setzen. Die zuständigen Behörden brauchen mehr Personal, um die Sicherheitsvorschriften in den Betrieben zu kontrollieren. Doch die Behörden haben zu wenig Personal zur Kontrolle der Arbeitssicherheit. Zurzeit gibt es nur 1.468 Aufsichtsbeamte. Das sei definitiv zu wenig. So lassen sich Arbeitsunfälle nicht eindämmen. Eine Kontrolle „light“ sei kein wirklicher Arbeitsschutz. Es werden effektivere Kontrollen gebraucht, fordert die Gewerkschaft.

















