Arbeitsunfälle rückläufig, aber Berufskrankheiten nehmen zu

Arbeitsunfälle rückläufig, aber Berufskrankheiten nehmen zu
Foto: Roland Riethmüller

Die Zahlen der Arbeitsunfälle im vergangenen Jahr 2022 zeigen, dass die Arbeits- und Wegeunfälle zurückgegangen sind. Dagegen stehen jedoch die Zahlen der Berufskrankheiten, denn hier ist ein deutlicher Anstieg festzustellen. Dennoch werden die Zahlen als positiv gewertet. Denn erfreulich ist vor allem auch, dass die Betriebe den Arbeitsschutz inzwischen wirklich ernst nehmen. Das ist wichtig, um in der Zukunft weitere Arbeitsunfälle zu vermeiden.

Die Arbeits- und Wegeunfälle im Jahr 2022 sind im Vergleich zum Vorjahr um vier Prozent leicht zurückgegangen. Ein deutlicher Anstieg ist dagegen bei den Berufskrankheiten zu verzeichnen. Diese neuen Zahlen hat die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG Bau) vor zwei Tagen veröffentlicht. So waren es im Jahr 2021 noch 103.525 Arbeitsunfälle. Im Jahr 2022 sank die Zahl auf 99.380. Die Wegeunfälle sind ebenfalls von 8.808 auf 8.298 gesunken. Das ist ein Rückgang von rund sechs Prozent. Dirk Müller, alternierender Vorsitzender des Vorstandes der BG Bau, blickt grundsätzlich positiv auf das vergangene Jahr: „2022 ist das erste Jahr, in dem wir in der Bauwirtschaft weniger als 100.000 meldepflichtige Arbeitsunfälle haben. Das ist eine gute Nachricht.“ Denn damit wird deutlich, dass das Engagement der BG Bau Früchte trägt. „Bei Baustellenkontrollen sehen wir, dass das Sicherheits- und Gesundheitsbewusstsein zunimmt und der Arbeitsschutz von den Betrieben ernst genommen wird”, freut sich Bernhard Arenz, Leiter der Hauptabteilung Prävention der BG Bau. “Das ist eine wichtige Voraussetzung, um
Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten zu verhindern.“

Weniger Todesfälle durch Arbeitsunfälle

Im Jahr 2022 sind 74 Beschäftigte durch Arbeitsunfälle gestorben. Das sind elf weniger als im Vorjahr. Deutlich gestiegen ist jedoch die Zahl der tödlichen Wegeunfälle. Insgesamt 22 Beschäftigte haben ihr Leben auf dem Arbeitsweg verloren. Im Jahr davor waren es lediglich zwölf. Ein deutlicher Anstieg ist dagegen bei den Berufskrankheiten festzustellen. Von 16.492 Verdachtsanzeigen im Jahr 2021 stieg die Zahl auf 18.228 im Jahr 2022. Zu den am häufigsten gemeldeten Berufskrankheiten gehören Lärmschwerhörigkeit (4.010), Hautkrebs durch Sonneneinstrahlung (2.675), Lendenwirbelsäulenerkrankungen (1.666) und Lungenkrebs durch Asbest (1.291).  „Die gute Bilanz wird in diesem Jahr durch den Anstieg bei den Berufskrankheiten getrübt”, erklärt Mathias Neuser, amtierender Vorsitzender des Vorstandes der BG Bau. “Besondere Sorgen macht uns dabei die Lärmschwerhörigkeit, die wieder auf Platz eins der Liste landet, sowie die weitere Zunahme bei den asbestbedingten Erkrankungen.“

Asbest als tödlichste Berufskrankheit am Bau

Aus der Schlüsselrolle, die die Bauwirtschaft in der Energiewende hat, ergeben sich große Herausforderungen für die Gesundheit der Beschäftigen am Bau. Obwohl Asbest seit dem Jahr 1993 verboten ist, ist es noch immer in vielen Gebäuden vorhanden. Es besteht keine Gefahr, solange der Stoff noch verbaut ist. Doch bei Sanierungen und Instandhaltungen können Asbeststäube freigesetzt werden. Sie können Asbestose, Lungenkrebs oder Mesotheliom verursachen. Die Statistik der BG Bau macht auch deutlich, dass bei den Berufskrankheiten Asbest die häufigste Todesursache ist. In den letzten zehn Jahren sind 3.376 Versicherte der BG Bau infolge einer asbestbedingten Berufserkrankung gestorben.

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