Lob und Kritik für neuen Tariflohn im Baugewerbe

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Foto: Roland Riethmüller

Bereits am 17. Mai 2016 wurde eine Tariferhöhung der Löhne und Gehälter im Baugewerbe beschlossen. Die Verhandlungen zu diesem Plus beim Tariflohn waren langwierig und hart, fanden aber nach der vierten Verhandlungsrunde ein positives Ende für die Beschäftigten. Nun endete auch die Erklärungsfrist und somit ist die Erhöhung der Löhne und Gehälter ab sofort rechtkräftig wirksam. Für die Beschäftigten bedeutet dies ein Plus in zwei Stufen.

Gut 785.000 Beschäftigte im Baugewerbe können sich durch die Einigung im Tarifstreit Baugewerbe über höhere Monatseinkünfte erfreuen. Somit erhalten die Beschäftigten ab sofort rückwirkend zum 1. Mai 2016 in den alten Bundesländern 2,4 Prozent mehr Geld, in den neuen Bundesländern sogar 2,9 Prozent. Ab April 2017 folgt eine weitere Erhöhung. Im Westen dann nochmals 2,2 Prozent, im Osten 2,4 Prozent.

Neuerungen für Handwerker auf Montage

Bisher galt, dass Handwerker auf Montage selbst dafür Sorge zu tragen hatten, wie sie für den Zeitraum auf der Baustelle fern der Heimat untergebracht waren. Darüber hinaus mussten sie auch selber für die entstehenden Kosten aufkommen. Dies ändert sich nun auch im Rahmen der geführten Verhandlungen. So stellt ab dem 1. Januar 2017 der Arbeitgeber die Unterkunft. Außerdem erhält der Montagearbeiter zusätzlich eine Verpflegungspauschale von 24 Euro pro Tag. Im Rahmen einer Betriebsvereinbarung ist dieser Satz sogar auf 28 Euro pro Tag erhöhbar.

Neuer Tafiflohn Baugewerbe bietet mehr Attraktivität für Nachwuchs

Erfreulich ist, dass nun auch Auszubildende ein echtes Plus einstreichen können. Denn bereits im ersten Ausbildungsjahr steigt ihrer Vergütung um mehr als zehn Prozent. Damit sollte eine Karriere in der Bauwirtschaft für viele Schulabgänger durchaus attraktiver sein. Denn allzu oft war es auch die schlechte Bezahlung, die viele davon abhielt, sich für einen Job im Handwerk zu entscheiden.

Fürsprecher und Zweifler

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) ist zufrieden mit den erreichten Zielen und sich sicher, dass das Baugewerbe am Ende gesamtheitlich davon profitieren wird. Dennoch sind nicht alle Parteien glücklich mit den erzielten Ergebnissen. Denn natürlich gelten diese bundeseinheitlich für alle Unternehmen, gleich dessen, wie die jeweilige wirtschaftliche Lage jedes einzelnen aussieht. Der Verband baugewerblicher Unternehmer Hessen e.V. beispielsweise ist nicht glücklich über die Einigung der Tarifvertragsparteien.  Man ist schlichtweg der Meinung, dass man aufgrund diverser ungünstiger Rahmenbedingungen die finanziellen Mittel nicht dauerhaft aufbringen kann. Denn immerhin musste man ein Umsatzminus von 8,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr wegstecken. Dabei ist es nur verständlich, dass die Bereitschaft für mehr Lohn und Gehalt nur schwer umsetzbar ist.

Dass die Einigung ein Erfolg für die Beschäftigten ist, steht außer Frage. Dennoch werden einige Betriebe hart daran zu knabbern haben, die vereinbarten Löhne und Gehälter in dieser Höhe auszuzahlen, solange die Aufträge nicht in dem entsprechenden Maße wieder hereingeholt werden können. Es bleibt also abzuwarten, wie sich die Tariferhöhung in der Praxis in den nächsten Monaten auswirken wird.

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