Meistertitel ist Garant für Qualität

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Foto: Roland Riethmüller

Während die Europäische Union (EU) am Stuhlbein des Meistertitels sägt, mehren sich die Stimmen gegen eine mögliche Abschaffung. Denn auch bei den Zimmerern besteht die Sorge, dass ohne eine Qualitätsprüfung die Leistungen im Sinne des Verbraucherschutzes bedroht sind. Es gehe schließlich um Sicherheit für Leib und Leben, wenn Dachstühle oder ganze Häuser nicht nach den hohen Sicherheitsrichtlinien der Meisterprüfung errichtet werden.

Die Europäische Union hat eine Evaluation der reglementierten Berufe gestartet. Das Ziel ist die Klärung, ob ein Meistertitel für die Betriebsgründung und -führung noch zwingend erforderlich ist.

Holzbau Deutschland, der Bund Deutscher Zimmermeister im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes spricht sich energisch dafür aus, die Meisterpflicht im Zimmererhandwerk zur Gründung und Führung eines Holzbaubetriebs beizubehalten. „Der Meistertitel im Zimmerer- und Holzbauhandwerk ist die Basis für Qualität und Sicherheit im Holzbau und das muss auch so bleiben“; betont Perter Aicher, Vorsitzender von Holzbau Deutschland. Schließlich trage der Zimmerermeister und Holzbauunternehmer Verantwortung für Mensch, Umwelt und Gesellschaft. Auch seien die umfangreichen Kenntnisse aus Statik und Bauphysik essentiell, um den Bauherren verlässlich hinsichtlich der Energieeffizienz beraten zu können, sagte Aicher. „Das kann man nicht in einem vierwöchigen Crashkurs, sondern nur in einer mehrjährigen Ausbildung lernen, in der Theorie und Praxis gut aufeinander abgestimmt sind.“

Die Meisterpflicht biete Sicherheit und Qualität, was für viele Gewerke im Bau- und Ausbaubereich gelte, sagte der Vorsitzende von Holzbau Deutschland. So nannte er auch die Abschaffung der Meisterpflicht im Fliesenlegerhandwerk als negatives Beispiel. Denn seit dem Jahr 2004 darf jeder Handwerker ohne spezielle Vorkenntnisse einen Fliesenlegerbetrieb gründen und führen. Dadurch ist die Qualität in der Ausführung deutlich gesunken und hat verstärkt zu Schadensfällen geführt, wie Sachverständige im Fliesenlegerhandwerk berichten. Aicher warnt davor, an der Meisterpflicht zu rütteln und diese Fehler in anderen Gewerken zu wiederholen.

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