Nachhaltiges Bauen – neues Wohnprojekt fördert Kreislaufwirtschaft

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Foto: Wojciech Zawarski

Der Bedarf an Wohnraum wächst ständig, doch die herkömmlichen Ressourcen werden immer knapper. Deshalb wurde kürzlich ein Forschungsprojekt gestartet, das Möglichkeiten für nachhaltiges Bauen untersucht. Dabei besteht die angeschlossene Testwohnung ausschließlich aus kompostierbaren, wiederverwertbaren und weiternutzbaren Materialien für Konstruktion und Ausbau. Dieses bewohnte Labor soll aufzeigen, dass ein Wandel beim Bau in Richtung Kreislaufwirtschaft tatsächlich Wirklichkeit werden kann.

Die Idee für das Wohnmodul im Rahmen des Projekts “Urban Mining & Recycling” entstammt von Professor Sobek, dem Leiter des Instituts für Leichtbau Entwerfen und Konstruieren an der Universität Stuttgart und von E. Hebel und Felix Heisel vom Fachgebiet nachhaltiges Bauen des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT). „Wir wollen beweisen, dass es schon heute möglich ist, so zu bauen, dass sämtliche Ressourcen zu hundert Prozent und sortenrein wieder ausbaubar sind“, sagte Hebel. Die Baumaterialien bestehen aus unbehandelter Weißtanne, recycelten Abfallstoffen und neuen Baustoffen. Bauschutt wurde in Backsteine umgewandelt und Getränkekartons wurden zu Wandverkleidungen umfunktioniert. Die Baustoffe für dieses Urban-Mining stammen aus Alltagsgegenständen und anderen Bauwerken. Auch vollkommen neue Baustoffe kamen zum Einsatz, darunter kompostierbare Dämmplatten aus Pilz-Myzel, einem aus Pilzgewebe und Sägespänen kultivierten Material.

Nachhaltiges Bauen bietet neue Impulse für Kreislaufwirtschaft

Dieses Pilotprojekt wurde im Frühjahr 2018 in Kooperation mit Handwerk und Industrie ins Leben gerufen. Dadurch ergeben sich Möglichkeiten zum Experimentieren mit unterschiedlichen Baustoffen. Zunächst ist eine Testphase von fünf Jahren geplant. In dieser Zeit beobachten die Forscher, ob sich diese neue Methode des Bauens bewährt und was das für Auswirkungen auf die Materialien hat. Ebenso werden die Alltagserfahrungen der zwei Studenten ausgewertet, die eine Dreizimmer-Wohnung in diesem Testgebäude beziehen. Diese Baueinheit wurde im Werk vorgefertigt und innerhalb von einem Tag in ein Versuchsgebäude eingebaut. Durch das Testen unter realen Bedingungen wird eine Brücke von der Forschung zu den Anwendungen geschlagen. Die Kreislaufwirtschaft braucht neue Impulse für ein nachhaltiges Bauen. Ob das gelingt, zeigt sich in der fünfjährigen Testphase. Das Ziel dieser Forschungsgruppe ist es, maßgebliche Beiträge zu den globalen Herausforderungen zu liefern. So wird nicht nur die Umwelt geschont, sondern auch neuer Wohnraum geschaffen, der so dringend weltweit benötigt wird. Mit Urban Mining wurde ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung unternommen. Jetzt heißt es abwarten, ob das Projekt auch ein Erfolg wird.

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