Nachhaltiges Bauen: mehr Ressourceneffizienz durch Recycling

Nachhaltiges Bauen mehr Ressourceneffizienz durch Recycling
Foto: Wolfram Schlenker

Rund die Hälfte des deutschen Abfallaufkommens entfällt auf den Bausektor. Trotzdem spielt die Ressourceneffizienz am Bau noch immer nur eine untergeordnete Rolle. Dabei ist die Rückbaufähigkeit von Gebäuden ein wirklich großes Thema. Das betrifft auch die Wiederverwertung. Die Forschung arbeitet daher an umweltverträglichen, rückbaubaren Konstruktionen. Hierbei dreht sich vieles um das Recycling und um eine Optimierung von Beton, um nachhaltiges Bauen zu ermöglichen.

Der Bausektor ist für rund 50 Prozent des deutschen Abfallaufkommens verantwortlich. Aus diesem Grund arbeitet Andrea Kustermann an der Fakultät Bauingenieurwesen der Hochschule München (HM) bereits seit zehn Jahren an entsprechenden Lösungen. Der Forschungsbereich umfasst den Baubestand, Bauchemie, Recycling und nachhaltige Baumaterialien. „Das ist wie ein Sauerteig, aus dem immer wieder etwas Neues entsteht”, erklärt Kustermann. “Sehr motivierend ist auch die Arbeit mit jungen Leuten, die viele Ideen haben, die wir dann umsetzen und in einen wissenschaftlichen Kontext bringen.“ Im letzten Jahr war sie die erfolgreichste Antragstellerin der HM für Fördermittel.

Nachhaltiges Bauen – Kernthema Recycling und Betonoptimierung

Die Kernthemen von Kustermann sind Optimierung von Beton und Recycling. Bereits jetzt ist es möglich, rund 45 Prozent der Betongesteinskörnung aus Recyclingmaterial zu gewinnen. Wo es sinnvoll und technisch möglich ist, sollen laut Kustermann 100 Prozent erreicht werden. Das Thema nachhaltiges Bauen liegt ihr besonders am Herzen, ebenso die Rückbaufähigkeit von Gebäuden und die Möglichkeit von Wiederverwendung und Verwertung. Zusammen mit einem Team aus Wissenschaftlern arbeitet sie an der Optimierung des Rückbauprozesses und an der Wiederverwertung des Abbruchmaterials, das bisher deponiert wurde. Auch wird versucht, den CO2-intensiven Zement zu substituieren und Rezyklate zu verbessern. Ein weiteres Aufgabengebiet sind neue Konzepte für die Instandsetzung von Brücken und Fassaden, um deren Lebenszeit deutlich zu verlängern.

Imagewandel der Baubranche durch Ressourceneffizienz

Kustermann will mit ihrer Forschungstätigkeit für nachhaltiges Bauen auch das Image der Baubranche verbessern. Beton und das Bauwesen habe zu Unrecht ein schlechtes Image. Um etwas in Sachen nachhaltiges Bauen bewegen zu können, müssen nicht nur Experten, sondern auch die breite Öffentlichkeit angesprochen werden. Nur so könne ein Umdenken erreicht werden, das auch langfristig gefördert wird. Um daher nachhaltiges Bauen zu ermöglichen, wurde an der HM im Jahr 2019 das Institut für Material- und Bauforschung (IMB) gegründet.

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