Neue Erkenntnisse über digitale Plattformen im Handwerk

Neue Erkenntnisse über digitale Plattformen im Handwerk
Foto: Roland Riethmüller

Eine aktuelle Studie hat das Nutzungsverhalten der Handwerksbetriebe auf digitalen Plattformen näher untersucht. Dabei wird schnell klar, dass der Einsatz mit zunehmender Urbanität einher geht. Wesentlich ist jedoch auch die Bewertung, die unmittelbaren Einfluss auf die Dauer der Nutzung hat. Dies verzerrt jedoch den Marktüberblick und wird dadurch langfristig zu einer Zugangsbeschränkung für den digitalen Markt.

Das Volkswirtschaftliche Institut für Mittelstand und Handwerk (ifh Göttingen) hat eine aktuelle Analyse über digitale Plattformen im Handwerk erstellt. Exemplarisch untersucht wurde die Nutzungsdauer auf zwei konkreten Plattformen: dem Auftragsplattform MyHammer und der Bewertungsplattform ProvenExpert. Dabei hat die Umfrage interessante Ergebnisse zutage gebracht.

Unterschiedliche Nutzung in der Stadt und auf dem Land

Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang der Unterschied bei der Nutzung von digitalen Plattformen in ländlichen Gebieten und urbanen Räumen. Kunden im städtischen Umfeld nutzen demnach eher die digitalen Plattformen als solche, die auf dem Land wohnen. Dort werden Informationen über Handwerker noch durch Mund-zu-Mund-Propaganda eingeholt. Das erklärt, warum auch die Digitalisierung im Handwerk vor allem in den urbanen Gebieten auf dem Vormarsch ist. In ländlichen Gebieten ist man eher traditionell geprägt. Trotzdem sind die Betriebe auf dem Land auch auf Kunden aus urbanen Regionen angewiesen und müssen sich daher mit diesem Thema beschäftigen.

Die Bewertung spielt auch eine wesentliche Rolle

Die Untersuchung zeigt auch, dass die Dauer einer Registrierung stark von negativen Bewertungen bestimmt ist. Denn dieser Fall führt schnell dazu, dass sich der betreffende Betrieb unmittelbar wieder von den Plattformen abmeldet. Positive Bewertungen hingegen sorgen für eine längere Teilnahme an den Plattformen. Wenn sich nun negativ bewertete Betriebe abmelden und fast nur noch positiv bewertete Betriebe angemeldet bleiben, führt dies auf Dauer zu einer hohen Durchschnittsbewertung aller angemeldeten Betriebe auf den Plattformen. Dadurch kann man folglich nicht von einer umfassenden digitalen Abbildung aller Betriebe einer Region oder einer Branche sprechen.

Die negative Bewertung beeinflusst Zugang zum digitalen Markt

Folglich sind negative Bewertungen damit langfristig ein Ausschlusskriterium für den digitalen Markt. Das ist für die Betriebe erfolgskritisch. Denn im Handwerksbereich haben sich bereits viele digitale Plattformen etabliert. Deren Rolle wird in zunehmendem Maße stärker und zeigt die Anpassungsnotwendigkeit der Betriebe. Denn es zeigt auch, dass der Druck der Konsumenten zur Nutzung von Online-Zugangswegen immer stärker wird. Hinzu kommt die starke Konkurrenz durch Amazon, Google oder Facebook, die ein Umgehen von Online-Plattformen praktisch unmöglich machen.  

Ob urban oder ländlich – bei den Betrieben ist ein Umdenken erforderlich. Das beinhaltet ebenfalls eine bessere Anpassung an digitale Präferenzen. Man kann durchaus sagen; Digitale Plattformen sind die Zukunft und es führt kein Weg daran vorbei, wenn der Betrieb erfolgreich bleiben will.

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