Neue Heizung mit Abwrackprämie

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Foto: KfW-Bildarchiv / Fotograf: Thomas Klewar

Eine Energiewende mit Energieeinsparungen ist mit den veralteten Heizungsanlagen in deutschen Wohngebäuden aktuell nicht zu vereinbaren. Und obwohl die Kosten für Heizung und Warmwasser drastisch angestiegen sind und mit einer neuen Heizung deutlich geringer wären, scheuen viele Eigentümer die Investition einer Neuanschaffung. Empfehlenswert wäre daher von der Bundesregierung ein klares Signal in Form einer Abwrackprämie für den Erwerb einer neuen Heizung.

Der Anteil der Kosten für die Heizung ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Denn während die Löhne in den letzten Jahren um 17 Prozent zugelegt haben, sind die Kosten für Heizung und Warmwasser mit einem Anstieg von 43 Prozent regelrecht explodiert. Grund dafür sind die dramatischen Preissteigerungen von Heizöl und Gas.

Doch diese Kostenexplosion wäre vermeidbar gewesen, hätten die Eigentümer durch Modernisierungsmaßnahmen entsprechend darauf reagiert. Denn nach Aussage des Umweltministeriums sind 14,3 Prozent der Gasfeuerungsanlagen älter als 21 Jahre und 4,7 Prozent sogar älter als 29 Jahre. Bei den Ölfeuerungsanlagen sehen die Zahlen noch dramatischer aus: So liegt bei 20 Prozent das Alter über 21 Jahre und sogar 8,5 Prozent über 29 Jahre.

Ein durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt muss demnach 3,9 Prozent des gesamten Nettoeinkommens für die Heizung ausgeben. Vor elf Jahren waren es noch 2,9 Prozent. Bei Haushalten mit schwächerem Einkommen stieg der Anteil sogar auf 6,5 Prozent an.

Da die Energiepreise nicht zu beeinflussen sind, empfiehlt die Wuppertaler Marketing-Agentur Thielenhaus & Partner (T&P) entsprechende Anreize zur Modernisierung der Heizung. Dabei bietet sich ein Modell an wie 2009 bei Altfahrzeugen. Mit einer Abwrackprämie in Höhe von 2.500 Euro zur Verschrottung hatte damals die Bundesregierung die Neuanschaffung von neuen, umweltverträglichen Fahrzeugen angekurbelt. Mit insgesamt 5 Millionen Euro wurden damals gleichermaßen der Kraftstoffverbrauch und der Schadstoffausstoß gesenkt.

Im Hinblick auf soziale Aspekte, energetische Argumente und klimapolitische Gründe macht folglich auch die Einführung einer Abwrackprämie für Heizungen durchaus Sinn. Gerade um die Energieeffizienz im Sinne der Energiewende zu bewerkstelligen, darf sich der Staat nicht auf Einsparungen für Subventionen berufen. Denn durch einen derartigen Anreiz kann der Staat sogar Steuermehreinnahmen generieren, wie T&P-Geschäftsführer Dietrich W. Thielenhaus erläutert: „Würde man eine Verschrottungsprämie von 2.000 Euro ausloben, so würde schon beim Kauf und Einbau einer neuen Heizung im Wert von 12.000 Euro allein die Mehrwertsteuer die Prämie um 280 Euro übertreffen.“ Noch deutlicher wird diese Modellrechnung, wenn die Mehreinnahmen aus Ertrags- und Lohnsteuern dazugerechnet werden. Insgesamt könnten damit die Mehreinnahmen, selbst unter der Berücksichtigung von unvermeidbaren Mitnahmeeffekten, die Kosten für die Abwrackprämie zur Erneuerung der Heizung ausgleichen. Auf diesem Weg kann die Bundesregierung einen Beitrag zur Erfüllung der ehrgeizigen Klimaschutziele leisten, die Wirtschaft ankurbeln und gleichzeitig den Bürgern helfen, die Kosten für die Heizung zu senken.

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