Neuer Trend am Bau: Flüchtende lindern Fachkräftemangel

Foto: KfW-Bildarchiv / Bernhard Schurian

Inmitten eines anhaltenden Zustroms geflüchteter Menschen bietet sich eine große Chance für die deutsche Bauwirtschaft. Denn die neuesten Zahlen der Bundesagentur für Arbeit beleuchten einen bemerkenswerten Trend: Flüchtlinge finden zunehmend Anstellung in der Baubranche. Obwohl nur 1,5 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten Flüchtlinge sind, ist ihr Anteil im Bauhaupt- und Ausbaugewerbe überproportional hoch. Das kommt vor allem dem Ausbildungsmarkt der Bauwirtschaft zugute und lindert den Fachkräftemangel.

Noch immer ist der Zuzug von geflüchteten Menschen recht hoch. Davon profitiert vor allem die Bauwirtschaft. Das zeigen die neusten Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. Eine Anstellung in der Baubranche ist zwar nicht das Hauptziel der Flüchtlinge, doch ihr Anteil in diesem Bereich ist im Vergleich zu anderen Wirtschaftszweigen sehr hoch. Zum Ende des ersten Quartals 2023 waren rund 530.000 Flüchtende in einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. Die meisten von ihnen kommen aus Eritrea, Nigeria, Somalia, Afghanistan, Irak, Iran, Pakistan und Syrien. Das sind zehn Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Gesamtzahl der Menschen mit einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis liegt bei 34,7 Millionen. Das ergibt einen Anteil der Flüchtenden von lediglich 1,5 Prozent. Im Handel sind die meisten beschäftigt. Es folgt das Verarbeitende Gewerbe, der Verkehrsbereich und sonstige Dienstleistungen. Im Bauhaupt- und Ausbaugewerbe arbeiten rund sechs Prozent aus den Asylherkunftsländern. Der Anteil ist aber nur geringfügig größer als der Anteil des Baugewerbes an der gesamten Beschäftigung.

Der Bau-Ausbildungsmarkt profitiert durch Flüchtende

Der Bau-Ausbildungsmarkt zieht den größten Nutzen aus den Geflüchteten, denn der Anteil der Auszubildenden aus Flüchtenden beträgt 4,5 Prozent. Dem gegenüber liegt die Zahl in allen Wirtschaftszweigen bei nur drei Prozent. Dabei ist die gestiegene Zahl der Ausbildungsverhältnisse im Baugewerbe der hohen Zahl der Flüchtenden zu verdanken. Die Zahl der Beschäftigten aus der Ukraine ist deutlich geringer, wenngleich sie im Baugewerbe überdurchschnittlich hoch ist. Neun Prozent der Menschen aus der Ukraine arbeiten im Baugewerbe, im Verarbeitenden Gewerbe sind es 12,4 Prozent und im Handel sind es 9,8 Prozent. Anzumerken ist jedoch, dass sich diese Zahlen auf das letzte Jahr beziehen, einem halben Jahr nach Beginn des Krieges. 

Integration lindert Fachkräftemangel

Diese Zahlen beweisen die hohe Integrationsbereitschaft der Baubranche. Das Projekt Berufsstart Bau wurde bereits im Jahr 2013 ins Leben gerufen und dürfte damit den Flüchtenden den Start maßgeblich erleichtert haben. Ziel ist es, ausbildungswilligen jungen Menschen eine Einstiegsqualifizierung zu bieten. Diese soll auf die Berufsausbildung vorbereiten. Flüchtende profitieren ebenfalls davon und der Fachkräftemangel wird abgeschwächt. Unterstützt wird das Projekt durch regionale Fördermaßnahmen. Angeboten werden diese durch überbetriebliche Ausbildungsstätten der Bauwirtschaft in Partnerschaft mit ansässigen Bauunternehmen. Finanziert wird das Ganze von den Sozialkassen der Bauwirtschaft (Soka-Bau). Flüchtende nehmen seit dem Jahr 2015 an diesem Projekt teil. Auch so kann dem Fachkräftemangel begegnet werden, denn der Fachkräftemangel beschäftigt noch immer die Baubranche.

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Die geschilderte Situation ist durchaus ausbaufähig, -würdig und sollte im Sinne Ausbildung Fachkräfte mehr gefördert und genutzt werden!

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