Private Nutzung von Firmenwagen und die steuerlichen Folgen

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Sortimo International GmbH / Mit einem festen und sichern Einbau von Sortimo wird das KFZ steuerlich als Firmenfahrzeug eingestuft.

Das Bauhandwerk ist von selbständigen Unternehmern geprägt. Viele selbstständige Handwerksmeister besitzen mehrere Fahrzeuge in ihrem Betrieb. Stehen diese betrieblichen Fahrzeuge auch zur Privatnutzung zur Verfügung, liegt darin ein geldwerter Vorteil, der zum steuerpflichtigen Arbeitslohn gehört.

Hier erklärt der ZDB zum ersten was als Privatnutzung definiert wird:  Privatnutzung ist die Nutzung des Kfz zu Fahrten, die ihre Veranlassung nicht in der beruflichen Tätigkeit haben. Zur Privatnutzung gehören deshalb alle Fahrten, die einem privaten Zweck dienen. Nicht zur Privatnutzung gehören Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte.

Dazu muss man als handwerklicher Unternehmer wissen, wann die Finanzverwaltung Privatnutzung eines PKW annimmt: Die Finanzverwaltung nimmt bereits dann das Vorliegen einer Privatnutzung an, wenn  der Firmenwagen außerhalb der Arbeitszeit bei der Wohnung abgestellt wird und somit bei Bedarf jederzeit privat genutzt werden kann und deshalb kein eigenes Fahrzeug vorgehalten werden muss; der Betriebsinhaber ein betriebliches Kfz für die Wege zwischen Wohnung und Arbeitsstätte benutzen kann; die Privatnutzung nicht vertraglich ausgeschlossen ist;  aufgrund der hohen Geschwindigkeits- und Beschleunigungsfähigkeit des betrieblichen Kfz davon auszugehen ist, dass bei der Auswahl des Kfz das Motiv der privaten Nutzung mitentscheidend war.
Das heißt, im Allgemeinen wird davon ausgegangen, dass ein zur Nutzung überlassenes betriebliches Fahrzeug auch privat genutzt wird. Allein die Möglichkeit einer privaten Nutzung reicht somit für die Bejahung einer Privatnutzung aus.

Anders ist es jedoch bei einem Transporter bzw. einem Baufahrzeug. Denn dann muss die Finanzverwaltung bei Fahrzeugen, die aufgrund ihrer objektiven Beschaffenheit und Einrichtung so gut wie ausschließlich nur zur Beförderung von Gütern bestimmt sind (Werkstattwagen, Kastenwagen), die private Nutzung tatsächlich nachweisen. Hier besteht nicht die Möglichkeit des Anscheinsbeweises zugunsten der Finanzverwaltung.

Ganz besonders wichtig ist die Festsetzung des Wertes der Privatnutzung. Der sich für aus der Privatnutzung des betrieblich genutzten Firmen-Kfz ergebende geldwerte Vorteil kann entweder individuell oder pauschal ermittelt werden. Dies ist zu Beginn eines jeden Kalenderjahres oder bei Beginn der erstmaligen privaten Nutzung festzulegen. Das Verfahren darf während desselben Kalenderjahres nicht gewechselt werden. Bei der Benutzung mehrerer Fahrzeuge kann die Methodenwahl auf das einzelne Fahrzeug bezogen ausgeübt werden.

Für eine individuelle Nutzungswertermittlung müssen Art und Umfang der Nutzung im Einzelnen anhand eines Fahrtenbuches nachgewiesen werden. Zu unterscheiden sind die beruflichen Fahrtenbei denen sind Datum und Km-Stand zu Beginn und Ende jeder Fahrt, Reiseziel, Reisezweck und aufgesuchte Geschäftspartner aufzuzeichnen. Sowie Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte dabei ist nur die Fahrtstrecke und Nutzungsart aufzuzeichnen. Bei privaten Fahrten müssen nur die gefahrenen Kilometer dokumentiert werden.

Ein wichtiger Hinweis für den selbstständigen Bauhandwerker ist, dass die Annahme der privaten Nutzung jedoch widerlegt werden kann. Es müssen dazu die Umstände dargelegt werden, aus denen sich ergeben, dass er den Firmenwagen tatsächlich nicht privat genutzt worden ist.

Bei der alternativen pauschalen Bewertung auch als 1%-Regelung bekannt erspart sich der Handwerker viel Bürokratie. Doch ob es sich lohnt hängt oft von den Extras bei der Neuwagenbestellung ab. Wird nämlich kein Fahrtenbuch geführt, wird der geldwerte Vorteil aus der Überlassung des betrieblichen Kfz zur Privatnutzung pauschal mit 1% pro Monat des maßgeblichen Listenpreises, also inklusiv aller Extras bewertet. Diese Methode ist seit dem Kalenderjahr 2006 nur noch für Fahrzeuge anzuwenden, die zu mehr als 50% betrieblich genutzt werden.

Bei mehreren Firmenwagen galt früher, dass die 1%-Regelung nur einmal für das Fahrzeug mit dem höchsten Listenpreis anzuwenden ist, wenn eine Person mehrere zum Betriebsvermögen gehörende Fahrzeuge auch privat nutzt. Mit Urteil vom 9. März 2010 (VIII R 24/08) hat der Bundesfinanzhof jedoch entschieden, dass die 1%-Regelung auch dann auf jedes Fahrzeug, das der Unternehmer privat nutzen kann, anzuwenden ist, wenn nur der Unternehmer selbst ein oder mehrere Betriebs-Kfz zu Privatfahrten nutzt.

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