Produktivität am Bau erhöhen: diese Fehler bremsen Teams aus

Foto: Roland Riethmüller

Fehlende Anerkennung, schlechte Team-Kommunikation und unbesetzte Schichten bremsen die Produktivität in der Baubranche erheblich. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie zur Produktivitätssteigerung. Doch die pauschale Betrachtung ist zu kurzsichtig, da Führungskräfte und operative Arbeitskräfte oft sehr unterschiedliche Ansichten über die größten Hemmnisse haben. Durch gezielte Maßnahmen können Bauunternehmen ihre Mitarbeiter motivieren, die Fluktuation senken und die Effizienz steigern.

Führungskräfte und Unternehmen der Baubranche berücksichtigen die Anliegen und Probleme ihrer operativen Arbeitskräfte oft nur unzureichend. Das führt zu Produktivitätsverlusten, Personalfluktuation und verminderter Rentabilität. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage des Startups Beekeeper und der Hochschule Luzern. Die Studie liefert auch Hinweise darauf, wie operative Kräfte wieder zufriedener werden und so zu einer Produktivitätssteigerung beitragen könnten.

Größte Hemmnisse der Produktivität: Arbeitskräfte sehen andere als die Bauunternehmen

Laut der weltweit über 8.000 befragten Arbeitskräfte unterschiedlichster Wirtschaftsbereiche liegen die größten Hemmnisse für eine Produktivitätssteigerung in unterbesetzten Schichten, fehlender Anerkennung und schlechter Team-Kommunikation. Eher eine geringe Rolle für eine Produktivitätssteigerung spielen dagegen komplizierte IT-Prozesse, Sprachbarrieren, ein fehlendes Weiterbildungsangebot und eine niedrige Arbeitsmoral. Gerade letzteres halten dagegen die meisten Unternehmen der Baubranche für eins der wichtigsten Produktionshemmnisse, die Arbeitskräfte bei ihrer Arbeit sehen. Im Gegensatz zu Unternehmen aus allen anderen Branchen glauben sie, dass der besonders häufig genannte Grund „unbesetzte Schichten“ für diese Arbeitnehmer praktisch keine Rolle als Hemmnis für eine Produktionssteigerung spiele. Beekeeper bezeichnet diese Diskrepanz zwischen den Ansichten der operativen Kräfte und dem, was die Unternehmenszentralen für deren Ansichten halten, als Frontline-Disconnect. Solche Diskrepanzen zeigen sich auch beim Blick auf die Ansichten der Arbeitnehmer und Führungskräfte.

Unterbesetzte Schichten sehen auch Führungskräfte als Problem

Im Gegensatz zu den Unternehmenszentralen halten die befragten Führungskräfte der Baubranche unbesetzte Schichten durchaus für ein von ihren operativen Arbeitskräften gesehenes Problem für eine Produktivitätssteigerung. Damit liegen sie völlig richtig. Während die Führungskräfte aber davon ausgehen, dass die operativen Arbeitskräfte eine schlechte Schichtplanung eher selten als Grund für eine mangelnde Produktivitätssteigerung bezeichnen, handelt es sich tatsächlich um eine von ihnen mit mittlerer Häufigkeit genannte Ursache. Führungskräfte denken dagegen, dass operative Kräfte mögliche Gründe wie Sprachbarrieren und papier-basierende Prozesse für bedeutender halten, als sie es eigentlich tun.

Was Mitarbeiter wirklich motiviert und verunsichert

Motivierende Faktoren für die operativen Kräfte bei ihrer Arbeit waren neben der Produktivitätssteigerung ein weiteres Thema der Studie. Von 39 Prozent der Befragten wurden als solch ein Faktor ein gutes, kollegiales Arbeitsumfeld genannt. Für 28 Prozent der Befragten war es motivierend, die eigene Arbeit pünktlich und gut zu erledigen. Weitere Kriterien zur Motivation waren zu 21 Prozent die berufliche Entwicklung und Weiterbildung. Doch auch ein Gehalt, das der Inflation standhält, gehörte zu den Antworten.

Insgesamt sieht Beekeeper auf Basis der Studienergebnisse eine Verunsicherung der Mitarbeiter in der Baubranche. Als Lösungen für eine Produktivitätssteigerung und eine geringere Fluktuation nennt das Unternehmen beispielsweise die Sicherheit am Arbeitsplatz, ein freundliches, förderliches Arbeitsumfeld, das die Leistungen des Teams würdigt, sowie abwechslungsreiche Aufgaben, um Langeweile zu vermeiden.

Weitere Lösungsvorschläge für zufriedenere operative Mitarbeiter und eine Produktivitätssteigerung: Anerkennung und Lob, wo es angebracht ist, Anreize und gegenseitiges Feedback, ein flexibles Schichtmanagement sowie Führungskräfte, die sich die Zeit nehmen, zuzuhören und auf Bedürfnisse einzugehen.

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