Revolution im Bauwesen: 3D-gedruckte Beton-Schalenkonstruktion

Foto: TH Lübeck

Aus 102 individuellen Steinen haben Studierende eine innovative 3D-gedruckte Beton-Schalenkonstruktion entwickelt. Diese umweltfreundliche Methode reduziert den CO2-Ausstoß durch Materialersparnis und eignet sich besonders für Hallen und Kirchen. Während das Modell in der Anfangsphase als Lernplattform diente, wird in der nächsten Phase die Zusammenarbeit mit Industriepartnern angestrebt. Parallel dazu wurde ein modularer Kindergarten für die Ukraine vorgestellt, der den Wiederaufbau unterstützt und die Bauwirtschaft revolutionieren könnte.

In einer bahnbrechenden Entwicklung haben Masterstudierende der Architektur und des Bauingenieurwesens der Technischen Hochschule Lübeck (TH Lübeck) eine innovative Beton-Schalenkonstruktion aus dem 3D-Drucker vorgestellt. Das Projekt besteht aus 102 individuell gedruckten Betonsteinen, die eine beeindruckende Kuppelbau-Konstruktion ermöglichen. Die digitale Schalenkonstruktion, die in einem vollständig digitalen Prozess entwickelt wurde, hebt sich durch ihre Einzigartigkeit hervor. Benjamin Spaeth, einer der beiden Projektbetreuer, betont: „Jeder Stein ist individuell. Die Form entsteht nicht durch die Fuge zwischen gleichen Steinen, sondern durch die Aneinanderreihung von individuellen Steinen.“ Dies ermöglicht die Herstellung einer dreidimensionalen, doppelt gekrümmten Form, die besonders für Hallen, Stadien oder Kirchenbauten von Interesse ist. Dabei bietet die Konstruktion neben der architektonischen Brillanz auch erhebliche ökologische Vorteile. “Wir verzichten auf Stahl und sparen sehr viel Masse und Material, was den CO2-Ausstoß enorm reduziert“, erklärt der zweite Projektbetreuer Michael Herrmann.

Erforschung der Beton-Schalenkonstruktion für den Einsatz in der Praxis

Das Modell wurde vergangene Woche auf der NordBau in Neumünster vorgestellt und dient nicht nur als Ausstellungsstück, sondern auch als Lernplattform. Hier konnten die Professoren und Studierenden der TH Lübeck wertvolle Erkenntnisse über Toleranzen, Genauigkeiten und Fugen zwischen den Betonsteinen sammeln. Der nächste logische Schritt ist die Zusammenarbeit mit Industriepartnern, um die Machbarkeit und praktische Anwendung dieser Konstruktion zu erforschen.

Modularer Kindergarten für den schnellen Wiederaufbau in der Ukraine

Parallel dazu wurde auf der Messe ein weiteres bemerkenswertes Projekt vorgestellt: ein modularer Kindergarten für die Ukraine. Entwickelt von Architekturstudentinnen Lenke Blendermann und Hanna Winkelmann, zielt das Projekt darauf ab, den raschen Wiederaufbau in der Ukraine zu unterstützen, wo viele Kinderbetreuungseinrichtungen zerstört wurden. Das modulare Design ermöglicht eine flexible und kosteneffiziente Anpassung an lokale Bedingungen und Bedürfnisse. Damit zeigt die TH Lübeck, wie die Kombination von Technologie, Innovation und sozialer Verantwortung die Zukunft des Bauwesens gestalten kann. Die Bauwirtschaft sollte diese Entwicklungen genau beobachten, da sie das Potenzial haben, die Branche nachhaltig zu verändern.

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