Sekundärbaustoffe: Ersatzbaustoffverordnung erhöht Akzeptanz

Foto: bvse

Die Stimmung bezüglich der Ersatzbaustoffverordnung erscheint uneinheitlich, dennoch bietet die EBV große Chancen zur Steigerung der Akzeptanz qualitätsgesicherter Sekundärbaustoffe. Viele Recycler für Baustoffe haben sich bereits mit der QUBA-Zertifizierung (QUBA-Gütesiegel) vertraut gemacht. Dennoch ist ein Großteil der Branche noch nicht darauf vorbereitet. Das Hindernis ist dabei, dass die meisten nicht ihre Komfortzone verlassen wollen.

Viele Fachkräfte, die sich mit Baustoffrecycling beschäftigen, haben sich bereits mit der neuen Ersatzbaustoffverordnung (EBV) vertraut gemacht. Der Großteil ist jedoch noch immer nicht darauf vorbereitet, obwohl die Verordnung bereits am 01.08.23 inkraftgetreten ist. „Wir vermuten, dass rund 2/3 der Branche die EBV haben kommen lassen, ohne sich im Vorfeld damit zu beschäftigen”, erklärt der kommissarische Fachverbandsvorsitzende Michael von Malottky vom bvse Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung. “Und das geht durch alle drei Kategorien der beteiligten Akteure.“ Die größten Hindernisse bestehen darin, eingetretene Pfade zu verlassen und sich mit der Ersatzbaustoffverordnung zu beschäftigen. So war auch in Bayern bis Anfang August die Güteüberwachung freiwillig. Doch viele Unternehmen haben diese trotzdem nicht umgesetzt. Nun müssen alle umdenken und sich schnell einarbeiten.

Das Argument zieht nicht, die Ersatzbaustoffverordnung sei zu kompliziert

Ein Großteil der durch die Ersatzbaustoffverordnung gestellten Anforderungen sind bereits seit Jahren eine geübte Praxis, die bei der Umstellung nur wenige Probleme verursacht. Es hat sich auch nichts an der Güteüberwachung geändert. Jedoch ist ohne Vorkenntnisse eine gewisse Einarbeitung erforderlich. Das ist zeitaufwendig. „Wenn wir einen anerkannten und akzeptierten Sekundärbaustoff herstellen wollen, dann müssen wir die vorgegebenen Regelungen, denen im Übrigen auch gleichermaßen die Primärbaustoffhersteller unterliegen, einhalten”, erklärt bvse-Geschäftsführer Stefan Schmidmeyer. “Die zu beachtende Normen und Vorschriften sind nicht erst mit der Ersatzbaustoffverordnung geschaffen worden, sondern bestehen teils seit vielen Jahrzehnten.“ Das Beispiel Bayern könnte für andere Bundesländer Vorreiter sein. Es hat sich bereits ausgezahlt, sich rechtzeitig mit der Ersatzbaustoffverordnung vertraut zu machen.

Weg von Diskussion um gute oder schlechte Materialklassen

Es gibt für einen Produktstatus keine guten oder schlechten Qualitäten. Es gibt für alle nach der Ersatzbaustoffverordnung hergestellten mineralischen Ersatzbaustoffe eine Verwendung. Das gilt auch für den Ersatzbaustoff, wie zum Beispiel die Hausmüllverbrennungsasche. Wenn es laut Ersatzbaustoffverordnung einen Bereich für die Anwendung gibt, dann kann dieser auch güteüberwacht und zertifiziert werden. Aber um die Akzeptanz voranzubringen, sind noch Anstrengungen notwendig. Dazu gehört der ständige Austausch in den Behörden, bei den Beratern und Architekten. Die Sekundärbaustoffe sind nicht nur qualitativ hochwertig, sondern dienen auch zum Erreichen der Klimaziele. Denn die Ersatzbaustoffverordnung kann durchaus umgesetzt werden. Es muss jedoch daran gearbeitet werden und der Gesetzgeber muss diese vollzugstauglicher machen. Gestrichen werden sollte der Säulenversuch, da er zu teuer und viel zu langwierig ist.

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