Serieller Holzbau: Wie die Bauwende mit Holz gelingen kann

Foto: friends_stock / envatoelements

Serielles Bauen mit Holz gilt als Schlüsseltechnologie für die Bauwende und eröffnet Bauunternehmen neue Marktchancen im Wohnungsbau. Gleichzeitig wächst der Druck, Klimaziele im Gebäudesektor schneller zu erreichen. Doch veraltete Bauvorschriften und bürokratische Hürden bremsen den Holzbau aus. Die Branche fordert daher eine baurechtliche Gleichstellung mit dem Massivbau. Denn diese Entscheidung wird über Tempo und wirtschaftliches Potenzial im Holzbau mitentscheiden. 

Der Holzbau rückt zunehmend in den Mittelpunkt der Debatte um Klimaschutz und bezahlbaren Wohnraum. Auf dem 2. Internationalen Holzbau Symposium in Berlin wurde deutlich, dass serielles Bauen mit Holz als Schlüsseltechnologie für die Bauwende gilt. Dabei sind skalierbare Lösungen nötig, um die Klimaziele im Gebäudesektor zu erreichen und gleichzeitig dringend benötigten Wohnraum zu schaffen. Gleichzeitig warnen Branchenvertreter und Wissenschaft vor regulatorischen Hürden, die den Fortschritt bremsen. Denn in der Praxis zeigen sich weiterhin strukturelle Hemmnisse, etwa durch veraltete Bauvorschriften und uneinheitliche Richtlinien. Aufgrund dessen ist eine baurechtliche Gleichstellung mit konventionellen Bauweisen eine zentrale Forderung, um das Potenzial des Holzbaus voll auszuschöpfen.

Holzbau als Motor für Klimaschutz und Wirtschaft

Die Rolle des Holzbaus als wirtschaftlicher und ökologischer Faktor stand ebenso im Fokus wie die zentrale Bedeutung des Baustoffs Holz für den Klimaschutz. „Wirtschaft und Bausektor können von effektivem Klimaschutz profitieren“, erklärt Bundeskanzler Friedrich Merz in seinem Grußwort. Weiter heißt es: „Wenn es darum geht, im Gebäudebereich die Klimaschutzziele zu erreichen, dann ist das Bauen mit Holz eine zukunftsweisende Option – gerade in Deutschland. (…) Serielles Bauen mit Holz dient dem Klima und schafft schnell neuen Wohnraum.“ Aber auch aus wissenschaftlicher Sicht wächst der Druck zum Umdenken. Der hohe Ressourcenverbrauch mineralischer Baustoffe sowie der CO2-Ausstoß des Bauwesens zeigen, dass klassische Bauweisen an ihre Grenzen stoßen. Neue Ansätze wie die Speicherung von CO2 in Holzgebäuden gelten als vielversprechender Weg, um Klimaziele zu erreichen und gleichzeitig wirtschaftliche Impulse zu setzen.

Bürokratie und Bauordnung als Bremsklotz

Ein zentrales Problem bleibt die regulatorische Ungleichbehandlung. Während Massivbauten größere Brandabschnitte realisieren dürfen, gelten für Holzbauprojekte deutlich strengere Vorgaben. Diese Diskrepanz wird von Branchenvertretern scharf kritisiert. „Es grenzt an Wahnsinn, 50 Jahre lang immer das Gleiche zu tun und zu erwarten, dass sich beim Klima oder der Wohnungsnot etwas ändert“, betont Adrian Blödt, Präsident des Holzbau Deutschland Instituts. „Wir fordern keine Dauersubventionen, sondern endlich fairen Wettbewerb. Wir brauchen die sofortige baurechtliche Gleichstellung des Holzbaus mit dem Massivbau auf Basis wissenschaftlicher Evidenz.“ Neben brandschutzrechtlichen Einschränkungen stehen auch Umweltbewertungsverfahren in der Kritik, die den Einsatz bestimmter Holzarten erschweren. Für Bauunternehmen und Handwerksbetriebe bedeutet dies oft zusätzliche Planungsunsicherheit und höhere Kosten.

Politik signalisiert Reformbereitschaft

Vertreter aus der Politik zeigten sich auf dem Symposium offen für Veränderungen. Diskutiert wurden schnellere Genehmigungsverfahren sowie Anpassungen im Bauordnungsrecht. Ziel sei es, innovationsfreundlichere Rahmenbedingungen zu schaffen und den Holzbau stärker zu fördern. „Wir müssen endlich weg von der Frage ‘Warum geht etwas nicht?’, hin zu einem innovationsfördernden Mindset und einer echten Ermöglichungskultur“, fordert Blödt. „Der Holzbau hat die Lösungen für bezahlbares, serielles und klimagerechtes Bauen längst auf dem Tisch – man muss uns nur machen lassen.“ Damit zeichnet sich für die Bauwirtschaft ein entscheidender Wendepunkt ab. Die kommenden Jahre dürften maßgeblich darüber entscheiden, ob der Holzbau sein volles Potenzial entfalten kann oder weiterhin an regulatorischen Hürden scheitert.

Ist der Holzbau die Zukunft oder nur politischer Hype?

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