Serielles Bauen bietet Klimaschutz und bezahlbaren Wohnraum

Foto: Werner Rensing / Zimmerei Stark

Der Gebäudesektor ist für einen großen Anteil der Treibhausgasemissionen verantwortlich und damit ein zentraler Hebel für das Erreichen der Klimaschutzziele. Serielles und modulares Bauen bietet eine vielversprechende Lösung, um Klimaschutz und kosteneffizientes Bauen miteinander zu verbinden. Um diese Bauweise zu fördern, fordern Politiker und Fachleute konkrete Maßnahmen und bessere Rahmenbedingungen. Die Holzbauinitiative der Bundesregierung ist dabei ein wichtiger Schritt für mehr Bauen mit Holz.

Der Gebäudebestand in Deutschland umfasst derzeit etwa 21,4 Millionen Ein-, Zwei- und Mehrfamilienhäuser sowie Nichtwohngebäude wie Schulen oder Verwaltungsgebäude. Der Gebäudesektor ist für rund 40 Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Daher zahlen sich Bauförderungen für klimaschonendes Handeln durch Investitionen von Unternehmen und Verbrauchern mehrfach aus. Folglich stellt die Kombination von bezahlbarem Wohnraum mit klimafreundlichem Bauen eine der größten gesellschaftlichen Aufgaben unserer Zeit dar. Eine vielversprechende Lösung besteht in der verstärkten Nutzung von seriellem und modularem Bauen und Sanieren. Diese These wurde vergangene Woche beim jüngsten Parlamentarischen Frühstück des Deutschen Holzwirtschaftsrates (DHWR) in Berlin deutlich gemacht. Unter der Schirmherrschaft von Kassem Taher Saleh, Obmann von Bündnis 90/Die Grünen im Bauausschuss des Bundestages, diskutierten Abgeordnete, Wirtschaftsfachleute und Vertreter der Zivilgesellschaft über die Potenziale und Hürden vom seriellen Bauen und Sanieren. Dabei wurde klar, dass es konkreter Maßnahmen und besserer politischer Rahmenbedingungen bedarf, um diese Bauweisen zu fördern und die Wohnungsnot zu lindern.

Marktanreizprogramm für serielles und modulares Bauen und Sanieren gefordert

„Unzureichende und unsichere Bauförderungen sowie Hemmnisse für serielles Bauen und den Holzbau im Speziellen bremsen den Wohnungsbau“, kritisierte der DHWR-Präsident Erwin Taglieber und forderte ein Marktanreizprogramm für serielles und modulares Bauen und Sanieren. Er nannte die Vereinfachung von Ausschreibungen für serielle und systemische Bauweisen als entscheidend, um Hürden für Nachverdichtungen und Umnutzungen von Gebäuden zu senken. Serielle Bau- und Sanierungsverfahren mit Holz und anderen klimafreundlichen Materialien böten alle Möglichkeiten, um Klimaschutz und kosteneffizientes Bauen zu verbinden. Holzbau, so Taglieber, habe sich seit mehr als 30 Jahren bewährt und biete seit über 15 Jahren marktreife Lösungen für das serielle Sanieren.

Holz drängt sich als Baustoff förmlich auf

Taher Saleh hob die Vorteile von nachwachsenden Rohstoffen wie Holz im Bausektor hervor. Mit einer Holzbauquote von gut 20 Prozent gibt es in Deutschland noch enormes Steigerungspotenzial. Besonders im seriellen Bauen und Sanieren biete Holz aufgrund seiner günstigen Eigenschaften besondere Chancen. In der Koalition wolle man den Bau mit Holz und anderen nachwachsenden Rohstoffen weiter voranbringen. Dies nütze dem Klimaschutz, den Verbraucherinnen und Verbrauchern sowie der Bauwirtschaft in Deutschland.

Holzbauinitiative als Anfang

Martin Diedenhofen (SPD) betonte die Notwendigkeit, verstärkt auf Sanierungen zu setzen. Für schnelle und nachhaltige Erfolge sollte seriell saniert werden, wobei der Holzbau eine immer größere Rolle spielen werde. Die Holzbauinitiative der Bundesregierung sei ein guter Start, um das Bauen mit Holz stärker voranzubringen. Diedenhofen betonte ferner, dass der Neubau aufgrund der Wohnungsnot ebenfalls dringend nötig sei.

Konkrete Taten notwendig

Auch Lars Rohwer (CDU) unterstrich, dass Holz auch beim Bau in die Höhe eine umweltfreundliche Stadtentwicklung fördere. Er forderte eine Verbesserung des Baurechts und lobte regionale Initiativen wie im Freistaat Sachsen. Obwohl die Bundesregierung eine Holzbauinitiative gestartet habe, fehlten konkrete Taten und ausreichende Finanzierung.

Beim Parlamentarischen Frühstück herrschte Einigkeit darüber, dass serielle und modulare Bauweisen, insbesondere mit Holz, große Chancen für bezahlbaren und klimafreundlichen Wohnraum bieten. Es bedarf jedoch politischer und regulatorischer Maßnahmen, um diese Potenziale voll auszuschöpfen.

Kommentare

1 1 vote
Wie gefällt Ihnen dieser Artikel?
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
0 Comments
Inline Feedbacks
View all comments

Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen?

Dann melden Sie sich doch gleich an zum kostenlosen E-Mail-Newsletter und lassen sich über weitere Neuigkeiten wöchentlich informieren!

Hinweis: Sie können den Newsletter von meistertipp.de jederzeit und kostenfrei abbestellen. Ihre Daten werden nur zum Versand des Newsletters genutzt. Wir geben Ihre Daten nicht weiter. Mehr Informationen zum Umgang mit Nutzer-Daten finden Sie in unserer Datenschutz-Erklärung.

Das könnte Sie auch interessieren

Messen & Kongresse 2024

Der große Meistertipp-Kalender: Messen und Kongresse 2024 für Bauindustrie, Baugewerbe, Bauhandwerk und die Bauwirtschaft.

Newsletter

Verpassen Sie nichts mehr mit unserem kostenlosen Newsletter. So werden Sie frühzeitig über anstehende Veranstaltungen informiert und bleiben immer auf dem neusten Stand.

Hinweis: Sie können den Newsletter von meistertipp.de jederzeit und kostenfrei abbestellen. Ihre Daten werden nur zum Versand des Newsletters genutzt. Wir geben Ihre Daten nicht weiter. Mehr Informationen zum Umgang mit Nutzer-Daten finden Sie in unserer Datenschutz-Erklärung.