Sorge um mittelständisches Handwerk

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Foto: knipseline / pixelio.de

Die Wirtschaftslage ist zwar in Deutschland noch durchaus positiv zu bewerten, dennoch in gewisser Weise auch angespannt. Nahezu jede Branche blickt vorsichtig in die Zukunft, wagt keine zu optimistischen Prognosen. Umso wichtiger ist es aber, dass die Politik dafür sorgt, dass die deutschen Unternehmen nicht auch noch zusätzliche Schwächung durch Gesetzesänderungen erwartet.

Zurzeit gibt es unterschiedliche Regelungen, deren Änderungen das Handwerk kritisch gegenübersteht. Dazu gehört vor allem auch die Umsetzung der EU-Zahlungsrichtlinie in bundesdeutsches Recht, sowie die Regulierung am Finanzmarkt durch Maßnahmen wie Basel III. Das Handwerk ist sehr skeptisch gegenüber den von der europäischen und deutschen Politik geplanten Vorhaben und sieht dabei eine massive Gefahr für die deutsche Wirtschaft.

Die größte Gefahr sieht das deutsche Handwerk in seiner Liquidität. Diese würde durch die Umsetzung der EU-Zahlungsrichtlinie in bundesdeutsches Recht deutlich eingeschränkt werden. Während die Betriebe nämlich mit allen erdenklichen Leistungen, wie Einbauten, Lohnzahlungen, Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen, in Vorleistung gehen müssen, haben ihre Schuldner wesentlich mehr Zeit mit dem Ausgleich ihrer Rechnungen. Gemäß der Umsetzung der EU-Zahlungsrichtlinie soll es nämlich Auftraggebern ermöglicht werden, ihre Rechnungen erst nach 30 oder sogar nach 60 Tagen zu bezahlen. In Anbetracht dessen, dass die Betriebe diese Möglichkeit ihrerseits mit den ihn entstehenden Verbindlichkeiten nicht haben, stellt dies eine enorme finanzielle Belastung dar.

Eine weitere Schwächung der Liquidität deutscher Handwerksbetriebe bringen auch die neuen Bilanzierungsregeln für Banken – Basel III – mit sich. Dabei würden insbesondere kleine und mittlere Betriebe benachteiligt werden, die sowieso schon schwach in ihrer Kreditwürdigkeit bewertet würden. Die Folge ist, dass Kredite nahezu unerschwinglich für solche Betriebe werden könnten.

Sofern die Politik hier nicht gegensteuert, ist die Zukunft der deutschen Wirtschaft wohlmöglich in Gefahr. Vielmehr sollte alles dafür getan werden, die Finanzkraft deutscher Handwerksbetriebe zu stärken. Die wesentlichen Forderungen, beispielsweise des Handwerkstages Sachsen-Anhalts, ist daher die Entlastung der Betriebe. Dies wäre möglich durch Maßnahmen, wie das weiterhin geltende Bestehen auf zeitnahe Zahlung von ausgeführten Handwerksleistungen. Aber auch durch ein späteres Zahlen von Sozialversicherungsbeiträgen, die dann erst zum Monatsende an die Sozialkassen entrichtet werden würden, anstatt im Voraus.

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