Der Bau von bezahlbaren Wohnungen wird durch die gestiegenen Grundstückspreisen und wegen des knappen Baulandes in Ballungsräumen ausgebremst. Das ergab eine Studie zum Wohnungsbau. Dabei wurde die Neubautätigkeit in fünf deutschen Großstädten untersucht und Experten aus kommunalen Verwaltungen und Wohnungsunternehmen befragt. Vor allem der bedarfsgerechte Neubau wurde in der Vergangenheit versäumt.
Um die Baugrundstücke in Deutschland findet ein starker Wettbewerb statt, das bestätigte eine aktuelle Studie, die vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) und vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) in Auftrag gegeben wurde. Nach Meinung der eingesetzten Experten behindert diese Situation auch den bezahlbaren Wohnungsneubau. Schuld daran sind die komplexen Planungs- und Genehmigungsverfahren und die Personalknappheit in den Verwaltungen. Doch auch wegen der Widerstände aus der Nachbarschaft gegenüber Neubauprojekten kommt es immer wieder zu Verzögerungen.
Günstiges Bauland wird gebraucht
Bundesbauministerin Hendricks sagte in einem Interview, dass der Bau bezahlbarer Wohnungen nur durch die Bereitstellung von Bauland möglich wäre. Die Voraussetzungen sind durch die neue Baugebietskategorie „Urbanes Gebiet“ dafür geschaffen, so Hendricks weiter. „Aber auch die Verwaltungen brauchen mehr Ressourcen für ein aktives Flächenmanagement, das Eigentümer und Investoren systematisch einbezieht.“ BBSR-Direktor Harald Herrmann: „Unsere Fallstudien zeigen, wie schwierig es ist, einerseits die innerstädtischen Flächenpotenziale für den Wohnungsbau auszuschöpfen, andererseits das Angebot im günstigen Preissegment auszuweiten.“
Es wurde nicht rechtzeitig auf den gestiegenen Einwohnerzuwachs reagiert
Die Forschungen in den Städten Aachen, Dresden, Düsseldorf, Freiburg und Nürnberg haben zutage gebracht, dass es schwierig ist, innerstädtische Flächenpotenziale zu nutzen und die Angebote im günstigen Preissegment auszuweiten. Das Problem besteht außerdem darin, dass nicht rechtzeitig auf den gestiegenen Einwohnerzuwachs reagiert wurde. Neue Wohnungen sind zwar im mittleren und höheren Preissegment und durch den Bau von Mehrfamilienhäusern entstanden, aber bezahlbare Wohnungen sind im freifinanzierten Wohnungsbau kaum geschaffen worden. Das liegt auch an den hohen Grundstückspreisen. Die Wissenschaftler sind der Meinung, dass dort, wo kaum Grundstücke für neue bezahlbare Wohnungen vorhanden sind, Maßnahmen der Außenentwicklung überprüft werden müssten. Das setze aber eine engere Stadt-Umland-Kooperation voraus. Die kleineren Wohnungsbauprojekte, die in der Zeit von 2014 bis 2016 geschaffen wurden, sind allein im Rahmen der Innenentwicklung realisiert worden. Bleibt die Entwicklung weiterhin so bestehen, so gibt es kaum Chancen auf neue Wohnungen im niedrigen Preissegment. Dem muss entgegen gesteuert werden.

















