Wohnungsbau besser am Bevölkerungswachstum ausrichten

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Foto: Roland Riethmüller

Eine aktuelle Auswertung bestätigte nun, dass die Bevölkerung von Deutschland auf regionaler Ebene durchaus gewachsen ist. Doch es gibt aber auch regionale Unterschiede. So nimmt besonders in dünn besiedelten ländlichen Gebieten die Bevölkerung ab, während sie in Ballungsgebieten teilweise erheblich ansteigt. Der Bedarf im Wohnungsbau muss sich daher stärker an diesen Bedürfnissen ausrichten.

Was bisher schon als allgemein bekannt galt, wurde nun von einer Auswertung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) bestätigt: Regional gibt es starke Unterschiede beim Bevölkerungswachstum. Dabei hat die Entwicklung auch erhebliche Auswirkungen auf die Nachfrage im Wohnungsbau und sollte nicht durch falsche Anreize weiter verschärft werden.

Starker Anstieg der Bevölkerung in Großstädten und Ballungsgebieten

Die Bevölkerung in Deutschland wächst auf unterschiedliche Weise. In 66 kreisfreien Großstädten ist in der Zeit von 2010 bis 2016 die Bevölkerung um 1,35 Millionen Einwohner gewachsen. Das ergibt ein Anstieg von 5,9 Prozent. Im Vergleich dazu betrug das Plus zwischen 2000 und 2010 nur 240.000 Einwohner. So verzeichneten die kreisfreien Städte einen ständigen Einwohnerzuwachs. Einzige Ausnahme ist das Ruhrgebiet. Die Städte Leipzig, Darmstadt, Münster und Frankfurt am Main wuchsen am stärksten. Die sieben deutschen größten Städte konnten ebenfalls einen Einwohnerzuwachs verzeichnen. Spitzenreiter sind die an München angrenzenden Landkreise Ebersberg mit plus 9,2 Prozent, Landkreis München plus 8,6 Prozent, Freising mit plus 8,1 Prozent, Erding und Fürstenfeldbruck mit 7,9 Prozent.

In ländlichen Gegenden schrumpft die Einwohnerzahl

Dünn besiedelte Gebiete müssen sich jedoch mit Schrumpfungen der Einwohnerzahl auseinandersetzen. Besonders rückläufig war die Zahl der Bevölkerung in Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt mit minus 6,2 Prozent, im Altenburger Land in Thüringen mit minus 5,8 Prozent und in Anhalt-Bitterfeld in Sachsen-Anhalt mit 5,9 Prozent. Aber auch in den alten Ländern schrumpfte die Bevölkerung in den ländlichen Kreisen. In Wunsiedel in Bayern sank die Einwohnerzahl um 4,3 Prozent. In Cochem (Rheinland-Pfalz) waren es 3,8 Prozent und in Holzminden (Niedersachsen) 3,3 Prozent.

Das Durchschnittsalter auf dem Land ist weniger hoch als gedacht

Die Altersstruktur und die Entwicklung der Bevölkerung hängen eng miteinander zusammen. Es sind besonders die Großstädte, die vom Zuzug junger Menschen profitieren. Das Durchschnittsalter liegt hier bei 42,4 Jahren. Im Schnitt ist die Bevölkerung in den ländlichen Kreisen 45,2 Jahre alt. Die jüngste Bevölkerung findet man in den Universitätsstädten Heidelberg mit 39,7 Jahre und Freiburg mit 39,9 Jahren. In einigen Umlandgebieten der Metropolen ist das Durchschnittsalter ebenfalls niedrig. In Freising liegt es bei 40,6 Jahren und in Erding bei 41,5 Jahren gefolgt von Tübingen bei Stuttgart von 40,7 Jahren. Das hängt damit zusammen, dass viele Familien mit Kindern im Umland wohnen. In den dünn besiedelten Regionen mit rückläufigem Wachstum an Einwohnern ist die Bevölkerung hingegen deutlich älter.

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