Wohnungsneubau begünstigt Bauwirtschaft

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Foto: Roland Riethmüller

Die deutsche Konjunktur wird maßgeblich durch die Bauwirtschaft angetrieben. Laut dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) übersteigt der Wert der erbrachten Bauleistung sogar die Wirtschaftsleistung. So konnte besonders durch den Wohnungsneubau das Bauvolumen in diesem Jahr deutlich gesteigert werden, aber auch Bestandsmaßnahmen und der Öffentliche Bau legen zu. Für das kommende Jahr wird jedoch ein schwächeres Wachstum erwartet.

Die aktuelle Bauvolumenrechnung des DIW Berlin hat ergeben, dass in diesem Jahr der Wert der Bautätigkeit in Deutschland um preisbereinigt 3,3 Prozent schneller steigen wird als die Wirtschaftsleistung insgesamt. „Nachdem das Bauvolumen in den vergangenen Jahren leicht rückläufig war, gibt es nun wieder kräftige Zuwächse“, erläutern die DIW-Bauexperten Martin Gornig und Claus Michelsen und führen das vor allem auf den äußerst milden Winter zurück. Vor allem der Wohnungsneubau hat dieses positive Ergebnis durch niedrige Zinsen, einer positiven Bilanz aus Zu- und Auswanderern und mangels attraktiver Anlageoptionen beeinflusst. Mit einem Wachstum von 11,6 Prozent auf 52,5 Milliarden Euro konnte der Wohnungsneubau in diesem Jahr seinen konjunkturellen Höhepunkt erreichen. Im Nicht-Wohnungsbau fiel das Wachstum mit 5,5 Prozent auf 33,7 Milliarden Euro etwas verhaltener aus. Damit stieg das Neubauvolumen insgesamt um 9,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Doch auch die Bauleistungen an bestehenden Gebäuden legten zu. Hier hat vor allem der Wohnungsbau mit einem Plus von 2,8 Prozent auf 131,4 Milliarden Euro den größten Anteil. Aber auch der Nichtwohnungsbau mit Wirtschaftsbau und Öffentlichem Bau stieg laut DIW-Prognose in diesem Jahr um 2,3 Prozent auf 55,3 Milliarden Euro. Während sich die Entwicklung des Wirtschaftsbaus abflachte, stiegen zum Jahresende der Öffentliche Bau durch zunehmende Entspannung der Finanzlage bei den Kommunen.

Für das kommende Jahr wird zwar mit preisbereinigt 2,1 Prozent immer noch ein schnellerer Anstieg des Werts der Bauleistung im Vergleich zur Wirtschaftsleistung insgesamt erwartet. Doch aufgrund der trüben konjunkturellen Aussichten wird sich der Wohnungs- und Nichtwohnungsbau vor allem im Wirtschaftsbau abschwächen. Durch Investitionszurückhaltung wird lediglich ein Wachstum von 0,7 Prozent erwartet, was sich bereits in diesem Jahr durch einen Rückgang an Auftragseingängen und Baugenehmigungen ankündigte. Aufgrund der weiter steigenden Nachfrage von Wohnraum in Ballungsgebieten wird der Wohnungsbau durch die anhaltend günstigen Finanzierungsbedingungen jedoch mit einem erwarteten Wachstum von 2,7 Prozent recht stabil bleiben. „Auch deshalb, weil sich die Baukosten trotz der hohen Nachfrage nach Bauleistungen moderat entwickeln und nur weniger steigen als der Verbraucherpreisindex“, erklärt DIW-Experte Michelsen. Besonders positiv sind die Aussichten für den Öffentlichen Bau im kommenden Jahr. Durch die zusätzlichen Investitionen in die Infrastruktur und weitere Gelder aus dem Fonds zur Beseitigung der im Sommer des vergangenen Jahres entstandenen Flurschäden wird ein Wachstum von 4,6 Prozent erwartet und damit das Wachstum der Bauwirtschaft stützen. „Der Neubau und die Renovierung öffentlicher Gebäude werden in den kommenden Jahren eine wichtige Rolle für die Bauwirtschaft spielen. Wenn der Bund in den Jahren 2016 bis 2018 wie angekündigt zusätzliche zehn Milliarden Euro bereitstellt, dürfte dies mittelfristig der Baubranche weiteren Schwung verleihen“, prognostiziert Gornig.

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