Arbeitsausfall zur Fußball-WM

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Nur wenn die Fußball-WM in Europa stattfindet, können die Fans tagsüber die Spiele verfolgen. Foto: Jens Zehnder / pixelio.de

Beflügelt durch den fulminanten Auftakt der deutschen Mannschaft zur Fußball-WM wird sich so mancher Arbeitnehmer durch die späten Übertragungszeiten aufgrund der Zeitverschiebung zu Brasilien nicht mehr beeindrucken lassen. Die Folge sind übermüdete Arbeitnehmer, Verspätungen oder sogar kurzfristige Krankmeldungen, die die Wirtschaft und das Handwerk letztendlich Millionen kosten wird. Experten raten zu flexiblen Zeiteinteilungen und konsequenten Maßnahmen im Missbrauchsfall.

Die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien wirft durch ihre Zeitverschiebung im Austragungsland Brasilien erhebliche Probleme auf. So werden viele Spiele abends oder sogar tief in der Nacht übertragen. Wie sollen daher Fans hierzulande die Spiele ihrer Mannschaft verfolgen können, ohne am nächsten Tag völlig übermüdet im Büro oder auf der Baustelle zu erscheinen? Gerade in Deutschland, wo Fußball eine hohe Bedeutung hat, sind daher viele „Blaumacher“ zu erwarten. Um dies etwas genauer zu beleuchten, hat das Reiseportal ab-in-den-urlaub.de mit Hilfe des Marktforschungsinstituts Keyfacts Onlineforschung GmbH bevölkerungsrepräsentativ 1.300 deutsche Arbeitnehmer nach ihrer Einstellung befragt. Nur wenige haben Urlaub als Lösung für nächtliche Übertragungen angegeben. Einige nehmen Verspätungen in Kauf, um auch in einer normalen Arbeitswoche mal ausschlafen zu können, wieder andere sehen sogar vorgetäuschte Krankheit mit zwei Tagen Arbeitsausfall als Möglichkeit an. Laut ab-in-den-urlaub.de ist hier von einem volkswirtschaftlichen Schaden von 446 Millionen Euro für das Blaumachen und noch einmal 74 Millionen Euro für Verspätungen auszugehen.

Doch auch wenn es verlockend ist, so warnen Arbeitsrechtsexperten eindringlich, dass derartige Verstöße gegen Arbeitsrechtsverträge kein Kavaliersdelikt seien. Denn wenn vor solchen Großveranstaltungen wie der Fußball-WM der Krankenstand spürbar steigt, leiden der Betrieb und vor allem die ehrlich arbeitenden Mitarbeiter, die neben dem höheren Druck auch die Arbeiten von den ausgefallenen Kollegen übernehmen müssen. Gerade bei vollen Auftragsbüchern können Fristen oft nur mit teuren Ersatzkräften gehalten werden.

Aus diesem Grund raten Experten, den „Blaumachern“ während der Fußball-WM rechtzeitig die rote Karte zu zeigen. „Lohnfortzahlungsbetrug ist Betrug am Arbeitgeber, wie auch an den eigenen Kollegen. Er schädigt das Unternehmen und ist ein vollwertiger Grund für eine fristlose Kündigung“, erklärt Jochen Meismann, Geschäftsführer der Detektei A Plus. Und auch eine Ablehnung von Urlaub aufgrund einer Vielzahl an gleichzeitig gestellten Urlaubsanträgen rechtfertigen nicht die Vorankündigung einer Krankmeldung. Denn laut Az. 2 AZR 123/02 braucht sich der Arbeitgeber vom Arbeitnehmer in dieser Form nicht unter Druck setzen zu lassen und darf bei einer derartigen Androhung eine fristlose Kündigung aussprechen. Ist die Sachlage nicht ganz so klar, sichert die Beauftragung einer Detektei gerichtsfeste Beweise und entlastet möglicherweise zu Unrecht beschuldigte Mitarbeiter.

Doch der beste Weg zur Vermeidung von Arbeitsausfall während der Fußball-WM ist immer noch die gütige Einigung mit dem Mitarbeiter und das Angebot von flexibler Arbeitzeit mit der Option, einfach mal ein oder zwei Stunden später anzufangen. Mit Hilfe einer mobilen App können so individuelle Zeiten erfasst und abgerechnet werden.

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