Die bereits im vergangenen Jahr vorhandene gute Wirtschaftslage im Bauwesen setzt sich offenbar im laufenden Jahr ebenso fort. Zwar sind die Diskrepanzen zwischen dem Wohnungs- und Wirtschaftsbau sowie dem Öffentlichen Bau immer noch groß, dennoch ist die Entwicklung aller Bereiche positiv zu prognostizieren. Einziger Wehmutstropfen ist die Beschäftigungssituation. Die Beschäftigtenzahlen werden ansteigen, allerdings weniger stark als anhand der Aussichten zu erwarten wäre.
Der Wohnungsbau war und bleibt der Motor der deutschen Bauwirtschaft. Durch günstige Faktoren, wie sinkende Arbeitslosenzahlen, steigende verfügbare Einkommen und vor allem historisch niedrige Hypothekenzinsen werden die Deutschen investitionsbereiter. Außerdem sehen viele die Immobilie wieder als sichere Kapitalanlage. Bereits im ersten Quartal des aktuellen Jahres liegt dadurch ein Umsatzplus von 7 Prozent vor.
Auch der Wirtschaftsbau befindet sich auf einem aussichtsreichen Weg. Bei Büro- und Verwaltungsgebäuden sowie Handels- und Lagergebäuden ist das Interesse von Anlegern weiterhin auf Wachstumskurs. Hierbei dienen die Immobilien in der Regel als wertbeständige Kapitalanlage. Auch der Bereich der Fabrik- und Werkstattgebäude ist weiterhin stabil und lässt nicht auf einen Einbruch schließen, wie es noch zu Beginn des Jahres erwartet wurde. Damit liegt das voraussichtliche Wachstum im Wirtschaftsbau bei nominal 5 Prozent.
Immer noch das Sorgenkind der Branche ist der Öffentliche Bau. Hier lassen sich leider nur schwer Prognosen abgeben, da einfach eine große Abhängigkeit von den zur Verfügung stehenden Steuereinnahmen vorhanden ist. Zwar ist die Investitionsbereitschaft der Kommunen in ihre Verkehrswege günstiger als erwartet, dennoch war das 1. Quartal 2012 mit einem Minus von 10 Prozent alles andere als gut. Die voraussichtliche Entwicklung liegt daher für das gesamte Jahr bei einem Plus von 1 Prozent.
Insgesamt lässt sich für die deutsche Bauwirtschaft zusammenfassen, dass das erfolgreiche Jahr 2011 in jedem Fall fortgesetzt werden kann. Mit einem nominalen Plus von 4 Prozent, was einem realen Produktionsplus von gut 2 Prozent entsprechen würde, steht die Branche gut da. Im Personalwesen rechnet man mit einem Plus von 1,5 Prozent auf 745.000 Beschäftigte.

















