Deutscher Hochbau wächst weiter

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Foto: RainerSturm / pixelio.de

Die vergangenen Jahre waren für die Deutsche Wirtschaft nicht ganz einfach, da die Finanzkrise auch bei uns einen maßgeblichen Einfluss hatte. Dennoch gibt es Branchen, die mehr oder weniger stark von den Auswirkungen betroffen waren. Im  vergangenen Jahr 2011 konnte sich besonders der Deutsche Hochbau über eine sehr gute Entwicklung seiner Geschäfte erfreuen. Dieser positive Trend wird der Branche auch für das aktuelle Jahr und die zwei kommenden Jahre vorausgesagt, wenn auch etwas abgeschwächter.

In seiner jährlich veröffentlichten Hochbauprognose prognostiziert  OC&C Strategy Consultants – eine der führenden internationalen Strategieberatungen –  dem Deutschen Hochbau aktuell ein anhaltendes, jedoch nachlassendes Wachstum voraus. Während sich die Branche im Jahr 2011 über ein Umsatzplus von 3,4 Prozent freuen konnte, werden es in 2012 nur noch 1,6 Prozent sein. Für die Jahre 2013 und 2014 rechnet man sogar nur noch mit 0,7 Prozent und 0,2 Prozent.

Der Wohnungsneubau wird, wie zuvor auch schon, weiterhin das Wachstumssegment darstellen. Insbesondere wird laut Prognose für 2012 ein hohes Potential hinsichtlich des Neubaus von Geschosswohnungen gesehen. Aber auch die Ein- und Zweifamilienhäuser sind gut platziert. Darüber hinaus rechnet man auch mit einem großen Volumen im Wirtschaftsbau und einem leichten Anstieg von Renovierungen. Der öffentliche Bau wird, wie schon bisher auch, weiterhin rückläufig sein. Sobald die Maßnahmen aus den Konjunkturpaketen abgeschlossen sind, wird es hier zu einem Stillstand kommen. Während noch im Januar und Februar 2012 eine Steigerung des Auftragseingangs um 12 Prozent verzeichnet werden konnte, wird es mittelfristig zu einem Rückgang führen. Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung wird ebenfalls rückläufig sein, weshalb sich die Investitionsbereitschaft abschwächen wird.

Der Wohnungsneubau ist gerade durch die zurzeit anhaltend steigenden Miet- und Kaufpreise geprägt. Speziell in Ballungsgebieten kann der vorhandene Wohnungsbestand nicht mehr mit den Nachfragen nach selbigem mithalten.  Diese Entwicklung führt entsprechend zu vermehrtem Neubau von Wohnungen. Die Preissituation erleichtert aber auch nur allzu oft die Entscheidung zu Wohnungseigentum. Und auch hier entscheidet man sich oft für den Neubau, was durch die erwartete Erhöhung der KfW-Bundeszuschüsse noch forciert werden könnte.

In diesem Jahr erwartet man ein Wachstum im privaten Neubau von 3 Prozent, im gewerblichen von 4 Prozent. Der Neubau im Nichtwohnungsbau – also im Wirtschafsbau – wird um 1,3 Prozent steigen. Rückläufig dagegen wird der öffentliche Neubau sein, mit gerade einmal 1 Prozent. Neben dem starken Segment des Neubaus ist aber auch das Renovierungssegment nicht unbedeutend. Immerhin handelt es sich hierbei um ein Drittel des Marktsegments. In diesem Bereich erwartet OC&C Strategy Consultant 1,4 Prozent Wachstum im Wohnungsbau und 1,1 Prozent im Nichtwohnungsbau. Da die Zahlen im Renovierungssegment bereits sehr hoch sind, werden sie in den Jahren 2013 und 2014 wohl eher stagnieren.

Auch wenn die Hochbaubranche sehr stabil ist, so lässt sich immer nur schwer vorhersehen, ob die möglichen Prognosen so auch tatsächlich eintreten werden. Axel Schäfer, Autor der Studie von OC&C Strategy, rät daher: „ Um das Anlagerisiko zu streuen, raten wir deshalb zu selektiven Investitionen in stabile Märkte und Marktsegmente – beispielsweise ins Renovierungssegment oder reifere Märkte mit hohem Renovierungsanteil wie Frankreich, Italien oder Schweden. Zudem sind Maßnahmen zur Optimierung der eigenen Kosten- und Effizienzsituation für die Unternehmen unumgänglich.“

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