Alarmstufe Rot: Ausbildungskrise bedroht Bauwirtschaft

Foto: AntonioGravante / envatoelements

Die aktuelle Entwicklung in der Bauwirtschaft ist alarmierend. Trotz eines anhaltenden Bedarfs an Fachkräften sinkt die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe dramatisch. Dabei belegt eine aktuelle Umfrage, dass nicht die Baukonjunktur, sondern ein akuter Bewerbermangel die Hauptursache ist. Dieses Phänomen wirft ein Schlaglicht auf tiefgreifende Herausforderungen in der Branche, die von demografischem Wandel bis zu einem Imageproblem reichen. Um die Zukunftsfähigkeit der Branche zu sichern, wird in der Bauwirtschaft die Notwendigkeit zur Gewinnung junger Fachkräfte immer drängender.

In der Bauwirtschaft zeichnet sich ein besorgniserregender Trend ab, denn erstmals seit zwei Jahren hat sich der Ausbildungsmarkt in der Bauwirtschaft schlechter entwickelt als der Branchendurchschnitt. Eine aktuelle Umfrage der Sozialkassen der Bauwirtschaft (SOKA-Bau) unter mehr als 200 Fachbetrieben, die in diesem Jahr nicht mehr ausbilden, bestätigt diese Tatsache. Rund 60 Prozent davon hatte in den letzten Jahren regelmäßig Auszubildende beschäftigt. Allerdings hatte über die Hälfte davon nur einen Auszubildenden im vergangenen Jahr. Trotzdem konnten die befragten Betriebe fast jeden zweiten Auszubildenden auch langfristig übernehmen.

Bewerbermangel bremst Ausbildungsbereitschaft, nicht die schwächelnde Baukonjunktur

Doch was bewirkt die sinkende Ausbildungsbereitschaft? Auf die schwächelnde Baukonjunktur ist der Rückgang interessanterweise nicht zurückzuführen. Denn obwohl rund zwei Drittel der Betriebe im Wohnungsbau tätig sind, geben nur acht Prozent der Befragten die schlechte Auftragslage als Grund für den Rückgang der Ausbildungstätigkeit an. Die Hauptursache liegt vielmehr im Mangel an geeigneten Bewerbern. Dies spiegelt eine tiefergehende Herausforderung für die Branche wider: den demografischen Wandel und den damit einhergehenden Fachkräftemangel. Denn laut Studie klagen über 85 Prozent der befragten Betriebe über akute Probleme, geeignete Bewerber zu finden und 25 Prozent berichten über schlechte Erfahrungen mit Azubis. Dies führt dazu, dass die Ausbildungsbereitschaft sinkt, obwohl die Nachfrage nach Fachkräften ungebrochen ist.

Ursachenforschung und Lösungsansätze

Die Gründe für den Bewerbermangel sind vielschichtig. Neben der geringen Attraktivität der Branche für junge Menschen im Allgemeinen wird von zwei Drittel der befragten Betriebe auch die mangelnde Unterstützung bei den Ausbildungskosten kritisiert. Um dem Trend entgegenzuwirken, müssen die Betriebe und die Branche als Ganzes aktiv werden. Die Verbesserung der Ausbildungsqualität und die Erhöhung der Branchenattraktivität stehen dabei im Fokus. Denn trotz der aktuellen Herausforderungen plant die Hälfte der befragten Betriebe, in Zukunft wieder auszubilden. Dies zeigt, dass die Bereitschaft zur Investition in Fachkräfte grundsätzlich vorhanden ist. Initiativen wie „Berufsstart Bau“ sind positive Beispiele dafür, wie junge Menschen für die Branche begeistert werden können. Sie unterstreichen die Notwendigkeit, den Bauausbildungssektor attraktiver und zugänglicher zu machen.

Dringender Handlungsbedarf für eine stabile Zukunft

Der Bericht der SOKA-Bau ist ein Weckruf für die Bauwirtschaft. Es ist entscheidend, dass die Branche den Fachkräftemangel ernst nimmt und proaktiv Maßnahmen ergreift, um die Ausbildungssituation zu verbessern. Nur so kann die Bauwirtschaft langfristig ihre Leistungsfähigkeit sichern und den Anforderungen eines sich stetig wandelnden Marktes gerecht werden.

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