Auf Digitalisierung reagiert – Elektrohandwerk stärkt Ausbildung

Auf Digitalisierung reagiert - Elektrohandwerk stärkt Ausbildung
Foto: Bilderwerk Wiesbaden - Fotograf Sven Biernath

Die zunehmende Digitalisierung hat das Elektrohandwerk dazu veranlasst, die Ausbildungsinhalte stärker unter die Lupe zu nehmen. Ziel war es, die Inhalte aus den neuen Wachstumsbereichen in das Elektrohandwerk bei der Ausbildung einfließen zu lassen. Es stellte sich jedoch heraus, dass die Inhalte zu umfangreich seien. Ein neuer Ausbildungsberuf trägt daher dem nun Rechnung.

Die Entwicklung der neuen Ausbildungszahlen hat deutlich gemacht, dass eine Integration von neuen Inhalten in die bereits existierenden Ausbildungsberufe kaum möglich ist. Dafür sind die Anforderungen zu umfangreich. Ein weiteres Argument, die neuen Inhalte zu integrieren, waren die Ausbildungszahlen. Obwohl die Zahl der Auszubildenden in den in den Elektrohandwerken um 4,2 Prozent gestiegen ist, zeigt sich jedoch, dass dieser Trend nicht in allen Ausbildungsgängen gleich groß ist. Während die Zahlen bei den Elektronikern der Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik stark angestiegen sind, sind sie im Bereich Informationselektronik sowie Systemelektronik zurückgegangen. Hinzu kommt, dass immer mehr Auszubildende über eine Hoch- oder Fachhochschulreife verfügen.

Neue Strukturen im Elektrohandwerk

Der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH)  hat daher auf diese neue Entwicklung reagiert. Neu differenziert wird der Beruf des Elektronikers. Hier gibt es in Zukunft nur noch zwei Fachrichtungen: Energie- und Gebäudetechnik sowie Automatisierungs- und Systemtechnik. Dabei bleibt der Elektroniker/in Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik erhalten, ebenso der Elektroniker/in für Maschinen und Antriebstechnik. Es fließen jedoch die Themen Energiewende und Digitalisierung in die Lerninhalte neu ein. Mit dem Elektroniker/in für Gebäudesystemintegration schafft der ZVEH einen Ausbildungsberuf, der den hohen Anforderungen, die sich aus der Digitalisierung ergeben, Rechnung trägt. Es ist der erste neu entstandene Beruf vor dem Hintergrund der Digitalisierung. Der Ausbildungsberuf Systemelektroniker/in verschmilzt mit dem Elektroniker/in Fachrichtung Automatisierungstechnik zum Elektroniker/in Fachrichtung Automatisierungs- und Systemtechnik.

Neuer Ausbildungsberuf Elektroniker/in für Gebäudesystemintegration

Der wachsende Bedarf an Fachkräften ist der Hintergrund für die neue Ausbildung. Smart Building, Smart Home, Energiemanagement und Elektromobilität gewinnen immer mehr an Bedeutung. Der Elektroniker/in Gebäudesystemintegration stellt ein wichtiges Bindeglied zu Planern im Bereich smarte Gebäudetechnologien dar und soll auf Baustellen als qualifizierter gewerkeübergreifender Ansprechpartner fungieren. Junge Menschen mit Fachabitur oder Studienerfahrung sind deshalb die neue Zielgruppe. Sollte dieses Verfahren zügig vorankommen, so könnte die neue Verordnung bereits Anfang 2021 in Kraft treten. Ab dem Jahr 2021 könnte dann im Elektrohandwerk nach der neuen Struktur ausgebildet werden.

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