Baugewerbe ist WorldSkills-Weltmeister

Vier Tage lang haben Nachwuchskräfte auf der WorldSkills ihre beruflichen Fähigkeiten unter Beweis gestellt. Dabei hat die deutsche Bauwirtschaft bei der diesjährigen Berufsweltmeisterschaft besonders gut abgeschnitten und holten insgesamt drei der vier deutschen Medaillen als Möbelschreiner, Fliesenleger und Zimmerer. Damit platziert sich Deutschland im vorderen Viertel der Nationenwertung.

Geradezu glamourös endete am Sonntag die 41. WorldSkills, die bisher größte Berufsweltmeisterschaft aller Zeiten. „Jeder, der bei diesem Wettbewerb teilgenommen hat, ist ein Gewinner,“ sagt der britische Bildungsminister John Hayes bei der Abschlussveranstaltung in der O2-Arena. Auch Premierminister David Cameron lobte darüber hinaus in einer Videobotschaft den ausgeprägten Vorbildcharakter für viele andere junge Menschen.

Vom 5. bis 8. Oktober versammelten sich in den Londoner Docklands 944 Nachwuchskräfte aus 51 Ländern, um sich in 46 verschiedenen Berufsdisziplinen zu messen. Über 200.000 Zuschauer besuchten das 60.000 qm große ExCel-Ausstellungsgelände, um die Teilnehmer bei ihren typischen Arbeiten im Beruf zu beobachten. So mussten beispielsweise die Fliesenleger auf Qualität und Zeit zwei Wände und einen Boden mit Sehenswürdigkeiten aus London fliesen und die Zimmerer einen Pavillon mit Dachstuhl bauen.

Doch die Mühe war nicht umsonst und das Ergebnis kann sich für Deutschland sehen lassen: So erreichten die Deutschen bei der diesjährigenWorldSkills eine Gold-, zwei Silber- und eine Bronze-Medaille, sowie 12 Exzellenzauszeichnungen und liegen damit im vorderen Viertel in der Nationenwertung. Die Goldmedaille und damit den Weltmeistertitel holte sich der Möbelschreiner Richard Schauer (21) aus Rohrdorf in Bayern. Der Fliesenleger Johannes Fleischmann aus dem Bayerischen Hilpoltstein erkämpfte die Silbermedaille, und Bronze geht an den 22-jährigen Zimmerer Philipp Stich aus Schleiz in Thüringen. Im Baugewerbe wurden darüber hinaus der Maurer Dominik Chylek (21) aus Delmenhorst in Niedersachsen und der 22-jährige Sanitärinstallateur Stefan Ebner aus Großbardorf in Bayern mit der „Medaillon for Excellence“ für ihre Bestleistung ausgezeichnet. Weitere Platzierungen für das Baugewerbe: Bauschreiner Eric Brandenburg (20) aus dem brandenburgischen Nassenheide und Stuckateur Armin Hummel (21) aus Süßen in Baden-Württemberg auf den Plätzen sechs und acht.

Insgesamt war die Qualität der Wettbewerbsarbeiten der Deutschen Teilnehmer sehr hoch, so dass am Ende die Zeit über knappe Unterschiede in der Punktewertung entschied. Deutlich wurde dabei auch, dass vor allem Nationen mit einem dualen oder vergleichbaren Bildungssystem vorne lagen. „Dieses Ergebnis zeigt einmal mehr, wie gut die Ausbildung am Bau ist,“ kommentiert der Vorsitzende der Bundesvereinigung Bauwirtschaft, Karl-Heinz Schneider, das gute Abschneiden der Deutschen Mannschaft. Und ZDB-Vorstandsmitglied und Vorsitzender von Holzbau Deutschland ergänzt: „Besser als auf einer solchen WM mit dieser Dimension kann man nicht für Berufe im Handwerk und Industrie werben.“

Die WorldSkills 2013 findet vom 2. bis 7. Juli 2013 in Leipzig statt und wird damit zum ersten Mal seit 40 Jahren wieder von Deutschland ausgerichtet. Vorher wird jedoch im Oktober 2012 in Spa-Francorchamps/Belgien noch die EuroSkills 2012 veranstaltet.

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