Baumessen fast nur noch digital – auch BAU München abgesagt

Baumessen fast nur noch digital - auch BAU München abgesagt
Foto: Roland Riethmüller

Nachdem das Messegeschäft im Jahr 2020 von Absagen geprägt war, werden auch im Jahr 2021 die wichtigsten Baumessen nicht wie geplant stattfinden. Wegen der anhaltenden Corona-Krise haben demnach sowohl die ISH Frankfurt als auch die BAU München das klassische Messeformat für nächstes Jahr ausgesetzt und jeweils digitale Events angekündigt. Die Veranstalter der BAU setzten darüber hinaus auf ein hybrides Format mit einem deutlich reduzierten Präsenzanteil.

Wegen der anhaltenden Bedrohung durch den Coronavirus finden zwei sehr wichtige Baumessen in Deutschland im kommenden Jahr nicht in der gewohnter Form statt. Die Veranstalter der ISH 2021 in Frankfurt hatte bereits am 22. September angekündigt, die Weltleitmesse für Wasser, Wärme, Klima ausschließlich digital stattfinden zu lassen. „Wir haben in den vergangenen Monaten mehr als engagiert daran gearbeitet, dass die ISH 2021 auch als klassische Messe der persönlichen Begegnung stattfinden kann. Leider führt der aktuelle Pandemieverlauf zu einer zunehmenden Verunsicherung bei Ausstellern und Besuchern”, bedauert Wolfgang Marzin, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Frankfurt, die Entscheidung aufgrund der derzeitige Situation. “Zusammen mit der erneuten Verschärfung der behördlichen und firmeninternen Reiserestriktionen ist eine physische Durchführung der ISH in der gewohnten Qualität nicht mehr möglich“. Damit unterstreicht er, dass im kommenden Jahr ausschließlich eine digitale Messe stattfinden wird. Von dieser Regelung profitieren allerdings die Aussteller, die an einer physischen ISH wegen der Sorge um Corona nicht teilnehmen wollten.

Hohe Stornoquote bei Ausstellern und geringe Erwartung bei den Besucherzahlen

Mit der gleichen Situation sieht sich auch die Messe München konfrontiert. Obwohl trotz zahlreicher Absagen namhafter Hersteller lange Zeit versichert wurde, dass die BAU 2021 in München planmäßig stattfindet, konnte der Fachbeirat und das Kuratorium dem allgemeinen Druck nicht standhalten. Letzte Woche wurde nun doch bekannt gegeben, dass auch die Weltleitmesse für Architektur, Materialien und Systeme nicht als klassische Präsenzmesse stattfinden wird. “Nach unserer Ausstellerumfrage, die wir in den letzten Tagen gerade auch vor dem Hintergrund der sich verschärfenden Covid-19-Situation durchgeführt haben, hält nunmehr der weitaus überwiegende Teil unserer Aussteller seine Teilnahme an der Präsenzmesse für unrealistisch, da in der jetzigen Situation davon auszugehen ist, dass nur wenige der ursprünglich erwarteten Besucher vor Ort sein werden“, erklärt Dr. Reinhard Pfeiffer, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe München.

Hybrid Format und digitale Events der BAU

Stattdessen wird sich die BAU im nächsten Jahr mit einem total veränderten Erscheinungsbild präsentieren. Geplant ist ein hybrides Format mit einer kompakten Ausstellungsfläche sowie einem digitalen Zusatzangebot vor allem für die Aussteller und Besucher, die aufgrund der Reisebeschränkungen nicht nach München kommen können. Die Aussteller können sich im Kongresszentrum ICM und in zwei weiteren Messehallen präsentieren. Foren und Sonderschauen werden ebenfalls umgesetzt. Über virtuelle Networking Module können sich die Teilnehmer untereinander austauschen. Ab Mitte Oktober können sich die Aussteller und Besucher online über die Teilnahmemöglichkeiten informieren. Die Aussteller, die ihren Stand bereits gebucht haben, können auch weiterhin vor Ort präsent sein. Wer bereits abgesagt hat, kann diese Entscheidung noch einmal überdenken.

 

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