Das Informationsverhalten in der Bauwirtschaft verändert sich zunehmend. Bauunternehmen und Handwerksbetriebe setzen zunehmend auf digitale Recherche, KI-Tools und Social Media statt auf klassische Informationsquellen. Eine aktuelle Studie zeigt, welche Kanäle heute den größten Einfluss auf Kauf- und Produktentscheidungen haben. Gleichzeitig wird deutlich, warum eine starke digitale Präsenz für Hersteller, Baustoffhändler und Softwareanbieter immer wichtiger wird und persönliche Kontakte allein künftig nicht mehr ausreichen.
Die Digitalisierung verändert nicht nur die Arbeitsabläufe auf der Baustelle, sondern auch die Art, wie sich Bauunternehmen und Handwerksbetriebe informieren. Eine aktuelle Untersuchung des Düsseldorfer Marktforschungsinstituts BauInfoConsult zeigt, dass digitale Informationsquellen inzwischen wieder die wichtigste Rolle in der Bauwirtschaft spielen und persönliche Kontakte überholt haben. Besonders die schnelle Online-Recherche, der Einsatz von KI-Tools und die zunehmende Bedeutung sozialer Netzwerke verändern das Informationsverhalten der Branche nachhaltig. Für die Studie wurden im Frühjahr 2026 insgesamt 400 Architekturbüros, Bauunternehmen sowie Dachdecker-, Zimmerer-, Maler-, Trockenbau- und SHK-Betriebe befragt. Das Ergebnis zeigt einen deutlichen Wandel: Während nach dem Ende der Corona-Pandemie persönliche Gespräche auf Messen, im Außendienst oder mit Geschäftspartnern wieder an Bedeutung gewonnen hatten, dominieren inzwischen erneut digitale Informationsquellen. Mindestens die Hälfte der Befragten bewertet das Internet heute als wichtigste Informationsquelle für Produkte, Materialien und Lösungen rund um das Baugewerbe.
Digitale Recherche setzt sich in der Bauwirtschaft durch
Vor allem die immer schnellere Informationsbeschaffung über Suchmaschinen und KI-gestützte Anwendungen beschleunigt diesen Trend. Bauunternehmen und Handwerksbetriebe recherchieren heute deutlich häufiger online nach Preisen, Lieferverfügbarkeiten, technischen Daten oder Verarbeitungshinweisen. Auch Architekten greifen verstärkt auf digitale Informationen zurück, um Produktalternativen oder geeignete Lösungen für ihre Planungen zu finden. Nach Einschätzung von BauInfoConsult sorgen insbesondere KI-gestützte Suchfunktionen dafür, dass relevante Informationen schneller gefunden werden. Gleichzeitig verlieren klassische Informationskanäle wie Fachzeitschriften oder Messen schrittweise an Bedeutung. Trotzdem spielen diese weiterhin eine wichtige Rolle im Entscheidungsprozess.
Vier Kommunikationstypen prägen die Baubranche
Die Untersuchung unterscheidet vier unterschiedliche Informations- und Kommunikationstypen in der Bauwirtschaft. Mit 54 Prozent stellen die „Digitalen“ inzwischen die größte Gruppe. Sie bevorzugen Internetrecherche und digitale Informationsangebote deutlich vor allen anderen Kanälen.
Rund 30 Prozent zählen weiterhin zu den „Persönlichen“, die den direkten Austausch mit Kollegen, Handelspartnern oder Außendienstmitarbeitern als besonders wertvoll ansehen. Gedruckte Fachmedien spielen dagegen nur noch für elf Prozent die wichtigste Rolle. Eine kleine Gruppe von vier Prozent informiert sich bevorzugt über soziale Netzwerke und interaktive Online-Plattformen. Trotz ihres geringen Anteils sieht BauInfoConsult diese Nutzer als wichtigen Indikator für zukünftige Entwicklungen, da Social Media inzwischen von der Mehrheit der Branchenakteure genutzt wird.
Für Bauunternehmen bleiben alle Kanäle relevant
Trotz klarer Präferenzen verlassen sich die meisten Bauunternehmen nicht ausschließlich auf einen einzigen Informationskanal. Vielmehr werden digitale Angebote, persönliche Gespräche, Fachmedien und soziale Netzwerke je nach Fragestellung kombiniert genutzt. Die Studie macht damit deutlich, dass erfolgreiche Kommunikation in der Bauwirtschaft heute mehrere Kanäle gleichzeitig bedienen muss. Für Hersteller, Baustoffhändler und Softwareanbieter bedeutet diese Entwicklung vor allem eines: Wer Bauunternehmen und Handwerksbetriebe erreichen möchte, kommt an einer starken digitalen Präsenz mit suchmaschinenoptimierten Inhalten, aktuellen Webseiten und KI-tauglichen Informationen künftig kaum noch vorbei. Auch die persönlichen Kontakte bleiben wichtig, doch den Takt gibt zunehmend die digitale Kommunikation vor.

















