Der jüngste Bahnstreik hat nicht nur hohe volkswirtschaftlich negative Folgen, sondern geht auch zulasten der Azubis am Bau. Denn damit sie zu ihren überbetrieblichen Ausbildungszentren kommen, sind viele von ihnen auf die Bahn angewiesen. Durch den Streik verpassen die jungen Fachkräfte viele wertvolle Ausbildungsstunden. Das behindert die Bauwirtschaft, die gerade viel Geld in die Ausbildung neuer Fachkräfte investiert, um dem akuten Fachkräftemangel entgegenzuwirken.
Der Streik bei der Bahn wirkt sich nicht nur negativ auf die Volkswirtschaft aus, sondern behindert auch das Ausbildungsprogramm der jungen Auszubildenden am Bau. Denn die jungen Nachwuchskräfte der Bauwirtschaft müssen oft mit der Bahn weite Strecken zu den Lehrstätten zurücklegen. „Viele Auszubildende in den Bauberufen sind auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen, um zu den überbetrieblichen Bildungszentren zu kommen“, erklärt Thomas Möller, Hauptgeschäftsführer der Bauwirtschaft Baden-Württemberg. „Durch den Bahnstreik verpassen sie daher viele Ausbildungsstunden in unseren Zentren. Darunter leidet die Qualität der Ausbildung.“ Damit nehme die Gewerkschaft der Lokführer (GDL) die Azubis am Bau in Geiselhaft.
Die Bauwirtschaft investiert viel in die Ausbildung
Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, investiert die Bauwirtschaft viel Geld in die Ausbildung. Nur so können Fachkräfte herangezogen werden. Dazu dienen überbetriebliche Ausbildungszentren, in denen die Azubis ein praktisches Ausbildungsprogramm absolvieren. Der Bahnstreik belastet die Ausbildungszentren mit hohen Kosten und stellt sich gegen die Sicherung des Fachkräftenachwuchses. Die Lokführergewerkschaft fügt dem Bau und anderen Wirtschaftszweigen einen großen Schaden zu, zumal der Bahnstreik sehr kurzfristig angesetzt wurde. Es sei deshalb dringend erforderlich, dass die Gewerkschaft wieder in Verhandlungen geht. Nur durch ein maßvolles Umgehen würde die GDL im Interesse der deutschen Wirtschaft handeln.
Der Bahnstreik behindert die überbetriebliche Ausbildung
Neben der Ausbildung im Betrieb und in der Berufsschule bietet die Bauwirtschaft auch überbetriebliche Schulungen. Hier lernen die Azubis zusätzliche Fertigkeiten in der Praxis. Zur Verfügung steht dabei ein flächendeckendes Netz von Ausbildungsstätten im Baugewerbe. Alleine in Baden-Württemberg gibt es insgesamt elf dieser Ausbildungszentren. Im Ausbildungsjahr 2022/23 werden im Südwesten über 5.700 Nachwuchskräfte beim Bau ausgebildet. Der Bahnstreik bremst dieses Vorhaben aus, da die Azubis auf die Bahn angewiesen sind, um die überbetrieblichen Ausbildungsstätte zu erreichen.

















