Eigenleistung beim Hausbau zur Baufinanzierung

Eigenleistung beim Hausbau zur Baufinanzierung
Foto: Roland Riethmüller

Der Hausbau kann unter Umständen den gesteckten Kostenrahmen sprengen.  Umso häufiger kommt es daher vor, dass sich Bauherren durch Eigenleistung an ihrem Bau einbringen. Die Gründe für dieses Verhalten hat eine aktuelle Studie des Bauherren Schutzbundes (BSB) nun ausgewertet. Dabei handelte es sich um eine Befragung von 500 Leuten, bei der für die Mehrzahl (96 Prozent) die Kostenersparnis das wesentliche Motiv zur Eigenleistung am Bau darstellte.

Immer öfter versuchen sich Bauherren selbst aktiv an dem Bau ihrer Immobilie einzubringen. Die Gründe sind vielfältig, dennoch ist sich der größte Teil der in einer vom BSB durchgeführten Umfrage unter 500 Personen weitestgehend einig. Das wichtigste Argument für die Eigenleistung ist das Sparen von Kosten (96 Prozent). Dahinter folgt die Absicht das Eigenkapital aufzustocken (36 Prozent) oder auch die berufliche Erfahrung sinnvoll mit einzubringen (16 Prozent). Deutlich wird auch, dass die Bauherren in den seltensten Fällen ganz allein an ihrem Bau tätig sind. Meistens werden sie von anderen Familienmitgliedern unterstützt. Wer sich für das eigene Einbringen am Bau entscheidet, sollte sich vorher unbedingt bewusst machen, wie gut die eigenen Fähigkeiten wirklich sind. Letztlich kann eine Selbstüberschätzung hohe Zusatzkosten nach sich ziehen, wenn die Aufgaben nicht richtig erledigt wurden.

Ein ebenso wichtiges Kriterium für oder gegen die Eigenleistung ist auch, die Vorteile bei der Baufinanzierung an und für sich zu überdenken. Wie die Studie des BSB zeigt, erbringt gut die Hälfte der Baufamilien Eigenleistungen in einer Größenordnung bis zu 10.000 Euro, etwas mehr als 10 Prozent immerhin mehr als 25.000 Euro. Sobald allerdings die 10.000 Euro Marke überschritten wird, prüfen die Geldinstitute wesentlich genauer. Das bedeutet also, dass in solchen Fällen schon eine fundierte Erfahrung beim Hausbau durch den Bauherren selbst oder einen beteiligten Verwandten gewährleistet sein sollte. Des Weiteren muss die eigene Arbeit bei der Planung immer genau mit der Planung der beauftragten Handwerker etc. abgestimmt sein, damit sich niemand behindert und Verzögerungen verursacht. Und als eines der wichtigsten Kriterien im Falle der Eigenleistung gilt die Priorität des eigentlichen Berufes des Kreditnehmers. Letztlich darf der Hauptberuf des Bauherren niemals durch die Arbeit am Bau des Eigenheims negativ beeinträchtigt werden. Denn im Grunde erfolgt die Finanzierung des Immobilienkredits nicht durch die Eigenleistung, sondern vielmehr durch das monatliche Einkommen des Bauherren, welches also stets sichergestellt werden sollte. Andernfalls kann eine Einbuße im Hauptberuf, verheerende Folgen für die komplette Baufinanzierung haben.

Was auch gerne von Bauherren unberücksichtigt bleibt ist, dass Eigenleistungen niemals komplett ohne Kosten möglich sind. In den meisten Fällen fallen selbst für den Bauherren Fahrtkosten an, um an die Baustelle zu gelangen. Des Weiteren muss er seine Bauhelfer bewirten und, ganz wichtig, eine Bauhelfer-Unfallversicherung abschließen und damit auch bezahlen. Denn insbesondere für diese Versicherung ist der Bauherr selbst verantwortlich, da er als Unternehmer gilt. Das Bilden von Rücklagen der Bauherrenfamilie ist ebenfalls ratsam, damit im Falle von Krankheit, Arbeitsauslastung im Hauptberuf o.ä. immer noch die Möglichkeit besteht, Handwerker zu beauftragen, um den Zeitplan des Baus nicht zu gefährden. Sofern diese Rücklagen nicht angetastet werden müssen und auch sonst mit der Eigenleistung alles reibungslos läuft, kann das Geld auch sehr gut für mögliche Sondertilgungen verwendet werden.

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