Die Stimmung bei den Handwerksbetrieben hat sich weiter verschlechtert. Der Grund dafür sind die steigenden Kosten im Handwerk, das Ende des Baubooms und die unsichere politische Lage in einigen Ländern. Das wirkt sich alles negativ auf die Konjunktur im Baugewerbe aus. Darüber hinaus hat sich auch die Personalsituation im Handwerk verschlechtert. Hier ist die Zahl der Mitarbeiter deutlich gesunken.
Die Rezession in Deutschland hat auch bei den Handwerksbetrieben deutliche Spuren hinterlassen. Laut einer aktuellen Umfrage durch die Wirtschaftsauskunftei Creditreform beurteilen lediglich 55,3 Prozent der Handwerksbetriebe ihre Geschäftslage als gut. Vor einem Jahr waren es noch zehn Prozent mehr. Als mangelhaft oder ungenügend bezeichnen sieben Prozent ihre wirtschaftliche Situation. „Die schlechte Wirtschaftslage trifft ausgerechnet die Handwerksbetriebe mit voller Wucht“, erklärt Patrik-Ludwig Hantzsch, Leiter der Creditreform Wirtschaftsforschung. „Kostensteigerungen, politische Unwägbarkeiten und das Ende des Baubooms führten zu einer historischen Verschlechterung der Stimmungslage.“
Es drohen sinkende Umsätze
Den aktuellen Prognosen zufolge wird sich im Handwerk die Konjunktur weiter verschlechtern. 27,2 Prozent der befragten Betriebe rechnen mit sinkenden Umsätzen. Im Vorjahr waren es nur 16,8 Prozent. Nur während der Finanzkrise im Jahr 2009 war der Anteil der Pessimisten deutlich höher. Hantzsch betont, dass die Politik wieder Vertrauen schaffen müsse. Die schlechten Ausblicke für die Konjunktur sind vor allem auf die mangelnde Investitionsbereitschaft im Baugewerbe zurückzuführen. Abgebremst wird die Investitionsbereitschaft auch durch die gestiegenen Zinsen und verschärften Finanzierungsbedingungen. Dabei wirkt sich die schlechte Konjunktur auch auf die Beschäftigungszahlen aus, denn die Bereitschaft der Betriebe zur Neueinstellung von Mitarbeitern ist gering. Zum letzten Mal geschah dies in den Jahren 2009 und 2010. Rund 23,5 Prozent der Betriebe haben gesunkene Mitarbeiterzahlen gemeldet. Nur jeder fünfte Handwerksbetrieb hat sein Personal dennoch aufgestockt. Trotzdem werden immer noch Fachleute gesucht. Hinzu kommt, dass in den kommenden Jahren viele Handwerker in den Ruhestand gehen werden. Dem gegenüber steht die Zahl der Ausbildungsabschlüsse, die wesentlich niedriger als in den Vorjahren ist.
Zu viel Bürokratie im Handwerk bremst die Konjunktur
Das Handwerk wird auch durch zu viel Bürokratie belastet. Maßnahmen dagegen zeigen keinen Erfolg. Das Gegenteil ist der Fall, denn 80,3 Betriebe im Handwerk berichten von einer Zunahme der Bürokratie. Staatliche Auflagen erschweren die Arbeit, was sich auch negativ auf die Konjunktur auswirke. Es wird jedoch auch von finanziellen Auswirkungen berichtet. Die Bürokratie hat auch gleichzeitig Auswirkungen auf die Kunden, denn die müssen mit längeren Wartezeiten rechnen. Außerdem werden die Handwerksleistungen auch wegen der vielen administratorischen Prozesse teurer. Die Erwartungen an eine bessere Konjunktur im Handwerk sind geprägt von großer Unsicherheit und führt gleichzeitig zu Pessimismus.

















