Hohe Zinsen dämpfen Neubau – SHK-Flaute droht

Foto: duallogic / envatoelements

Die angespannte gesamtwirtschaftliche Lage und die steigenden Zinsen belasten mittlerweile auch die erfolgsverwöhnte SHK-Branche. Erstmals seit der Corona-Krise rutscht das Geschäftsklima in den negativen Bereich. Einige Segmente sind zwar noch positiv, doch trübt sich nun auch die SHK-Konjunktur allmählich immer stärker ein. Investitionen werden zurückgehalten und lediglich notwendige Reparaturen durchgeführt. Davon profitieren vor allem die Installateure, die weiterhin positiv gestimmt sind.

Die Konjunkturlage im SHK-Bereich hatte im Jahr 2021 ihren Höhepunkt erreicht. Doch mittlerweile lässt die Stimmung spürbar nach. So liegt das Geschäftsklima in diesem Gewerk zum ersten Mal seit Beginn der Erhebung der Konjunkturdaten in der Haus- und Gebäudetechnik durch das Marktforschungsinstitut B+L im Jahr 2020 mit einem Wert von minus drei im negativen Bereich. Insgesamt ist damit das Geschäftsklima im Vergleich zum dritten Quartal 2021 um 56 Punkte gefallen. „Die lange und heftig geführte Diskussion um das Gebäudeenergiegesetz und die Ungewissheit über die Auswirkungen der kommunalen Wärmeplanung auf die Heizung in den eigenen vier Wänden haben bei vielen Eigenheimbesitzern zu einer starken Verunsicherung geführt und wirken sanierungshemmend“, erklärt Jens Wischmann, Geschäftsführer der Branchenverbände VdZ Wirtschaftsvereinigung Gebäude und Energie und Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS). Dabei hätte sich vor allem die gesamtwirtschaftliche Lage sowie die steigenden Zinsen dämpfend ausgewirkt.

SHK-Konjunktur – Badsanierungen werden zurückgehalten

Denn die steigenden Zinsen und die angespannte gesamtwirtschaftliche Lage trüben vor allem das Neubausegment. Die SHK-Konjunktur liegt zwar in den Bereichen Heizung mit 14 Punkten und Lüftung/Klima mit 16 Punkten noch im positiven Bereich. Aber auch hier ist seit dem 2. Quartal 2023 für den Bereich Heizung und seit dem 3. Quartal 2023 für den Bereich Lüftung/Klima eine Abschwächung der Konjunktur zu beobachten. Obwohl die SHK-Konjunktur in diesen Bereichen noch immer positiv ausfällt, ist insgesamt eine Abschwächung festzustellen. Im Bereich Sanitär liegt das Geschäftsklima bei minus 32 unter dem Niveau der Bereiche Heizung und Lüftung/Klima. Das ist sogar weniger als im 1. Halbjahr 2020, als die Pandemie eine große Verunsicherung ausgelöst hatte. Diese schwierige Situation führt dazu, dass Investitionen nicht getätigt werden. Auch das beeinflusst die SHK-Konjunktur. Denn liegen keine akuten technischen Mängel vor, verzichten immer mehr Hauseigentümer auf eine Badsanierung. Stattdessen werden andere Maßnahmen vorgezogen. Das sind zum Beispiel Dämmmaßnahmen, Fenster- und Heizungssanierungen oder die Installation einer Photovoltaikanlage. 

Installateure trotzdem zuversichtlich

Die Teilbereiche installierende Unternehmen, Großhandel und Industrie haben sich innerhalb des Wirtschaftsbereichs unterschiedlich entwickelt. Die Industrie und der Großhandel beurteilen ihre Konjunktur viel schlechter als die installierenden Unternehmen. Das wirkt sich besonders auf die Sanitärbranche aus. Die installierenden Unternehmen gehen noch von einer guten SHK-Konjunktur aus. In der Industrie und beim Großhandel sind die Auftragseingänge eingebrochen. Die Lagerbestände sind in der Industrie und im Großhandel im 3. Quartal 2023 höher als sonst. Nach den Prognosen von B+L wird sich die SHK-Konjunktur im In- und Ausland wieder erholen. Trotzdem wird sich das Baugewerbe schwächer entwickeln als andere Zweige, was sich auch auf die SHK-Konjunktur auswirke.

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