Energieausweis verfehlt energetisches Ziel

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Foto: dena

Vor fast zehn Jahren wurde im Rahmen der Energieeinsparverordnung (EnEV) der Energieausweis als eine Maßnahme zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit eingeführt. Die Idee war gut, doch die Umsetzung schlecht, bemängelt die Deutsche Umwelthilfe (DUH). Dadurch hat der Energieausweis nicht den gewünschten Erfolg gebracht und sollte nun dringend überarbeitet werden. Doch auch fehlende Kontrollen mindern den energetischen Effekt.

Der Energieausweis wurde 2007 im Rahmen der Energieeinsparverordnung (EnEV) eingeführt, um Auskunft über den Energieverbrauch und -bedarf eines Gebäudes zu geben und eine energetische Vergleichbarkeit zu ermöglichen. Dabei verpflichtet die EnEV, bei Besichtigungen und in Immobilienanzeigen den Energieausweis vorzulegen. Dadurch sollte neben Lage und Preis auch die Energieeffizienz zu einem Entscheidungskriterium bei Anmietung und Kauf geschaffen werden. Zusätzlich sollte ein Anreiz für die Eigentümer geschaffen werden, die Energieeffizienz ihrer Gebäude zu optimieren, um Marktvorteile zu erhalten.

Ungenügende Umsetzung der europäischen Energieeffizienz-Richtlinie

Doch in der Praxis hat sich der Energieausweis bisher nicht bewährt. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) führt dies auf eine unzureichende Umsetzung der europäischen Energieeffizienz-Richtlinie durch die nationale EnEV zurück. Mit dem Positionspapier “Der Energieausweis – wie sein Potential ausgeschöpft werden kann” zeigt die Umweltorganisation Optimierungsoptionen auf und fordert die konsequente Weiterentwicklung im Rahmen der anstehenden Novellierung der EnEV.

8 Vorschläge zur Optimierung vom Energieausweis

Demnach ist die DUH überzeugt, dass nur eine tiefgreifende Generalüberholung dem Energieausweis eine angemessene Akzeptanz verschaffen und so das Thema Gebäudeeffizienz auch stärker in die Öffentlichkeit bringen wird. Mit dem Positionspapier offenbaren die Umweltschützer die Defizite und bieten acht Vorschläge zur Optimierung. Vor allem die Verständlichkeit, Einheitlichkeit und Kontrolle stehen dabei im Mittelpunkt. “In Deutschland gibt es derzeit zwei unterschiedliche Energieausweise. Sie sind für den Laien oft unverständlich und sorgen nicht dafür, dass man Gebäude miteinander vergleichen kann. Wir fordern daher einen einheitlichen Energieausweis, der vergleichbare und verständliche Werte zu Gebäuden liefert und Aussagen über Heizkosten ermöglicht”, erklärt DUH-Bundesgeschäftsführer Sascha Müller-Kraenner.

Öffentlichkeit muss mehr über Energie- und CO2-Einsparung informiert werden

Darüber hinaus fordert die DUH eine Beratungs- und Informationskampagne, um das Thema Energiewende und Energieeffizienz im Gebäudebereich stärker in die Öffentlichkeit zu tragen. Schließlich seien Energie- und CO2-Einsparungen wesentliche Treiber für die Klimaschutzziele, betont Müller-Kraenner.

Fehlende Regelung zur Kontrolle vom Energieausweis

Doch auch eine verstärkte Kontrolle hält die DUH als Schlüssel für den Erfolg vom Energieausweis. “Eine DUH-Abfrage im vergangenen Jahr hat ergeben, dass kein Bundesland kontrolliert, ob die Daten im Energieausweis korrekt sind, ob er wie vorgesehen bei Besichtigungen vorgelegt wird, oder ob er bei der Immobilienwerbung einbezogen wird”, bestätigt Agnes Sauter, Leiterin der Abteilung Verbraucherschutz bei der DUH. So fordert die Deutsche Umwelthilfe neben einer klaren Regelung der Kontrollpflichten, -abläufen und -zuständigkeiten auch eine entsprechende finanzielle und personelle Ausstattung der jeweiligen Behörden. Nur so kann der Energieausweis zu einem Instrument werden, um Transparenz und Vergleichbarkeit zu schaffen, sowie energetische Sanierungen und Energieeinsparmaßnahmen für eine Einhaltung der Klimaschutzziele zu fördern.

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