Entsorgung Dämmstoffe – Bauwirtschaft fordert endgültige Klärung

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Foto: Roland Riethmüller

Die Einstufung HBCD-belasteter Dämmstoffe als gefährlicher Abfall im vergangenen Jahr führte zu erheblichen Entsorgungsengpässen in der Bauwirtschaft. Als Folge dieser Probleme in der Entsorgung hat der Bundesrat im letzten Dezember einen Kompromiss ausgearbeitet, nämlich die Kennzeichnung für ein Jahr auszusetzen. Doch die negativen Auswirkungen der ursprünglichen Einstufung sind trotzdem zu spüren. Daher fordert die Bauwirtschaft, endlich eine dauerhafte Lösung zu finden.

Die überzogene Umsetzung einer EU-Verordnung im Bundestag im Oktober 2016 führte dazu, dass HBCD-haltige Dämmstoffe als gefährlichen Abfall eingestuft wurden. Die Folgen für die Wirtschaft waren gravierend: Entsorgungsengpässe waren seitdem an der Tagesordnung. Die Entsorgungsunternehmen weigerten sich, die genannten Dämmstoffe anzunehmen oder sie verlangen so hohe Preise, dass die Bauunternehmen sich eine Entsorgung nicht mehr leisten könnten. Die Folge waren Baustopps, da die HBCD-haltigen Abfälle separat gesammelt werden müssten.

Immer noch Engpass bei Entsorgung der Dämmstoffe

In Deutschland fallen jährlich bis zu 230 Kilotonnen Abfall aus Dämmstoffen an. Nun soll der Bundesrat auf eine Initiative des Saarlands hin zu einer entschärften Umsetzung der EU-Vorgaben zurückkehren. Dies wird vorerst allerdings nicht geschehen und die Regelung lediglich für ein Jahr ausgesetzt. Rainer von Borstel, Hauptgeschäftsführer des Verbandes baugewerblicher Unternehmer Hessen, hält diesen Schritt für bedenklich. Seiner Meinung nach führt dies zu einer Hängepartie für viele kleine und mittlere Bau-, Dachdecker- und Abbruchbetriebe.Eine langfristige Lösung muss her“Damit gibt es weiterhin keine langfristige, rechtssichere, praktikable Regelung für die Entsorgung HBCD-haltiger Dämmstoffabfälle”, kritisiert Borstel. Zwar seien in den letzten Monaten in allen Bundesländern den Müllverbrennungsanlagen die Möglichkeit geboten worden, sich für eine Zertifizierung zu qualifizieren. Diese würde es Ihnen erlauben, gefährliche Stoffe zu verbrennen. Allerdings wurde diese Möglichkeit von den Anlagen nach einer Überprüfung nicht in Betracht gezogen, weil sie als unwirtschaftlich eingestuft wurde. Nur eine einzige Anlage hat sich in Hessen zertifizieren lassen.

Das Chaos geht weiter

Langfristige Bauprojekte sind derzeit schwer zu planen. Es besteht keine Gefährdung für Mensch und Umwelt, wie das Hessische Umweltministerium erklärte. Trotzdem gäbe es keine Berechnungsgrundlage für die Dämmstoffentsorgung im nächsten Jahr. Keiner könne die Situation einschätzen, die in einem Jahr vorliegen wird. Abschließend erwähnte Borstel, dass diese ungewisse Situation existenzbedrohend für viele Betriebe sein kann.

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