Erster Bundesbau aus Carbonbeton: Staat setzt neue Maßstäbe

Foto: Stefan Gröschel

In Dresden setzt die Bundesbauministerin Klara Geywitz ein deutliches Signal für Innovation und Nachhaltigkeit. So wurde der Grundstein für das erste öffentliche Gebäude in Deutschland gelegt, das mehrheitlich aus Carbonbeton errichtet wird. Carbon ersetzt die Stahlarmierung und benötigt eine deutlich reduziertere Betonummantelung. Durch diese signifikante Reduzierung des Materialeinsatzes können erhebliche Mengen an CO2-Emissionen eingespart und damit der Weg für umweltfreundlichere Bauprozesse freigemacht werden.

In Dresden hat die Bundesbauministerin Klara Geywitz den Grundstein für ein zukunftsweisendes Bauprojekt gelegt: Die Sporthalle der 49. Grundschule in Dresden-Plauen wird das erste öffentliche Gebäude Deutschlands sein, das hauptsächlich aus Carbonbeton besteht. Dieser Meilenstein markiert einen bedeutenden Schritt in Richtung Nachhaltigkeit und Innovation in der Bauwirtschaft, welche zunehmend nach ökologischen Lösungen strebt.

Carbonbeton für die Zukunft der Bauwirtschaft

Carbonbeton ist eine besonders fortschrittliche Form des konventionellen Betons, bei dem traditionelle Stahlbewehrungen durch Carbonfasern ersetzt werden. Dies verspricht eine signifikante Reduzierung der CO2-Emissionen. Während des Besuchs betont Geywitz die Bedeutung des neuen Projekts, das in Kooperation mit solid UNIT und C3 – Carbon Concrete Composite durchgeführt wird. Beide Organisationen sind führend in der Forschung und Entwicklung von Carbonbeton und setzten mit dem Bau der Sporthalle ein starkes Zeichen für die Zukunft der Bauwirtschaft. Denn die ökologischen Vorteile von Carbonbeton führen auch zu einer wachsenden Popularität. „Die Anwendung in der Tragstruktur von öffentlichen Gebäuden bietet immense ökologische Vorteile und gewährleistet zugleich Sicherheit und Langlebigkeit“, erklärt Christian Kulas, Vorstandsvorsitzender von C3. „Es ist eine ideale Lösung für das nachhaltige Bauen der Zukunft.“

CO2-Senkung durch eine deutliche Materialeinsparung

„Durch die Verwendung von Carbon können wir schlankere, leichtere Bauteile herstellen, die gleichzeitig hohe Tragfähigkeit aufweisen und nicht korrodieren“, bekräftigt solid UNIT-Geschäftsführer Thomas Zawalski die vielfältigen Vorteile von Carbonbeton. „Dies ermöglicht eine um bis zu 80 Prozent reduzierte Materialmenge und trägt so erheblich zur CO2-Einsparung bei.“ Die Umsetzung solcher Technologien könnte ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu einer klimaneutralen Baubranche sein. Doch die technologische Innovation beschränkt sich nicht nur auf neue Materialzusammensetzungen. Zukünftige Entwicklungen könnten beispielsweise den Einsatz von zementreduzierten Betonen und eine weitere Optimierung in der Baukonstruktion umfassen. Zudem wird daran gearbeitet, Carbonfasern aus nachwachsenden Rohstoffen zu gewinnen, um die Nachhaltigkeit des Materials weiter zu steigern.

Standard für nachhaltiges Bauen?

Mit der Einführung von Carbonbeton in der deutschen Bauwirtschaft wird ein wichtiger Schritt hin zu umweltfreundlicheren Bauprozessen gemacht. Dieses Projekt könnte ein Vorbild für zukünftige Bauvorhaben weltweit werden und die Standards für umweltbewusstes Bauen neu definieren. Die Bauwirtschaft steht vor der Herausforderung, diese neuen Technologien zu adaptieren und weiterzuentwickeln, um die Umsetzung nachhaltiger und ressourceneffizienter Baupraktiken zu beschleunigen.

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