Genehmigungspflicht für Abriss? Besser Bausubstanz erhalten

Genehmigungspflicht für Abriss Besser Bausubstanz erhalten
Foto: Roland Riethmüller

Umweltverbände plädiert für mehr Wertschätzung der Bestandsgebäude. Statt Neubauten zu bauen, müsse die vorhandene Bausubstanz genutzt werden. Ein beispielhaftes Vorangehen könnten die Länder, Bund und Kommunen zeigen, wenn diese ihre Gebäude erhalten und sanieren würden. Gleichzeitig wäre das ein Anreiz für den privaten Sektor. Es wäre auch ein wichtiger Schritt in Richtung Kreislaufwirtschaft. Daher sollte eine Genehmigungspflicht für den Abriss von Gebäuden durch die Bauämter eingeführt werden.

Das Deutsche Energieberater-Netzwerk (DEN) fordert mehr Wertschätzung für Bestandsbauten. „Wir müssen weg von dem Trend, vorhandene Bausubstanz lieber abzureißen und durch Neubauten zu ersetzen, auch wenn diese auf den ersten Blick Energie effizienter im Betrieb sein mögen“, sagt der Vorsitzende des DEN, Dipl.-Ing. Hermann Dannecker. Dabei gehe es den Immobilienentwicklern eher um Profit durch Verdichtung und Hochbauten, als um Nachhaltigkeit. Heutzutage werde die vorhandene graue Energie in den Bausubstanzen gerne vergessen. Es sei laut Dannecker falsch, als Maßstab nur die Betriebsdaten eines Gebäudes zu betrachten.

Bausubstanz sichern und Bestandsgebäude schützen

Mehrere hundert Unterstützer fordern in einem offenen Brief an die Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, Klara Geywitz (SPD) einen Abrissstopp. Der Vorsitzende des DEN sieht jedoch die Kommunen in der Pflicht. Ein Abrissmoratorium wäre das richtige Zeichen. Wenn weiterhin Material in Deutschland vergeudet wird, dürfte das Klimaziel kaum erreicht werden. Es bringe nichts, frische Rohstoffe für Neubauten einzusetzen, wenn vorhandenes Material vergeudet wird. Jährlich macht das hunderte Millionen Tonnen aus. Trotzdem müssen nach wie vor die Objekte vor Ort begutachtet werden. Hier seien eindeutig die Kommunen gefragt.

Ein Zeichen setzen: Genehmigungspflicht für den Abriss einführen

Wenn die Kommunen ihre Bestandsgebäude mehr unter dem Aspekt der Sanierung und Erhaltung sehen würden, wäre das auch ein Zeichen für den privaten Sektor. Künftig sollten die Bauämter vor dem Abriss eine Genehmigung erteilen. Natürlich erfordert es Mut, auch mal “nein” zu sagen. Die Politik müsse nun die Vorschläge für Bestandsgebäude berücksichtigen. Das Ziel ist es, mehr Bausubstanz zu nutzen und die Bestandsgebäude besser zu schützen. Zudem wäre dies ein wichtiger Schritt in Richtung Kreislaufwirtschaft durch die Wiederverwendung von Baumaterialien. Für das gesellschaftliche Miteinander wäre das auch ein positives Signal, wenn die Gentrifizierung und Verdichtung vermieden werden könnte. Den Kommunen hat es in der Vergangenheit noch nie gutgetan, wenn sie leerstehende Gebäude verkommen lassen, um neue Gebäude zu bauen.

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