Ökobilanz im Vergleich – Sanierung ist besser als Abriss

Ökobilanz  im Vergleich - Sanierung ist besser als Abriss
Foto: Roland Riethmüller

Geht es nach dem verschärften Klimaschutzgesetz, dann soll bis zum Jahr 2045 Deutschland klimaneutral werden. Das bedeutet ein konstantes Absenken der CO2-Emissionen. Die Ökobilanz zeigt, dass im Vergleich zum Abriss durchaus auch durch Sanierung von Gebäuden dieses Ziel erreicht werden kann. Somit ist klar, dass Bestandsgebäude einen wertvollen Beitrag zur klimaneutralen Transformation in Deutschland leisten können. Das bestätigt auch die Vergabe des Pritzker-Preises in diesem Jahr.

In diesem Jahr wurde der Pritzker-Preis an die Architekten Anne Lacaton und Jean Philippe Vassal vergeben. Damit wurde mit dem renommierten Architekturpreis ein wichtiges Signal gesetzt. „Der Ansatz des klimagerechten Bauens ist vorbildlich”, resümiert Ulrike Elbers, Tragwerksplanerin bei Arup. Denn die beiden Franzosen handeln nach dem Motto “Umbau statt Neubau” und lehnen den Abriss als unnötige Vergeudung ab. “Diese Kultur des Sanierens, Modernisierens und Adaptierens an zeitgemäße Ansprüche wird bei der Erreichung der Klimaziele eine Schlüsselrolle spielen“, prognostiziert Elbers.

Klimaziel muss bis 2045 erreicht werden

Um das verschärfte Klimaziel zu erreichen, muss Deutschland bis zum Jahr 2045 klimaneutral werden. Das bedeutet eine massive Absenkung der CO2-Emissionen auf dem Gebäudesektor. Der Bestand umfasst rund 51,7 Milliarden Tonnen Baumaterialien in 22 Millionen Gebäude und ist somit das größte Rohstofflager. Würden beim Abriss diese Materialien wiederverwertet, dann wäre der Bedarf an Rohstoffen deutlich geringen. Das würde eine Wiederverwendung von bereits vorhandenen Materialien ermöglichen und den CO2-Ausstoß gegenüber einem Abriss und Neubau um bis zu 70 Prozent senken.

Sanierung statt Abriss – Die Baustoffindustrie ist gefordert

Damit also bis zum Jahr 2045 die Klimaziele erreicht werden können, ist die Baustoffindustrie gefordert. Sie soll Strategien zur Senkung der CO2-Emissionen entwickeln. Die Maßnahmen reichen vom Wechsel auf regenerative Energieträger, über die Umstellung auf emissionsarme Produktionsprozesse bis zur Abscheidung und Speicherung prozessbedingter CO2-Emissionen. Die für eine Gebäudeherstellung benötigten Materialien werden heute noch aus einem Energiemix hergestellt. Im Jahr 2020 wurden rund 50 Prozent des Energiebedarfs in Deutschland aus regenerativen Quellen gedeckt. Die anderen 50 Prozent kamen von Braunkohle, Erdgas, Steinkohle und Kernkraft. Wird ein Gebäude heute so gebaut, dann besteht es bis zum Jahr 2081. Laut der Ökobilanz ist eine Sanierung damit deutlich sinnvoller als der Abriss.

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