Headhunter im Handwerk

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Foto: Roland Riethmüller

Wer hätte gedacht, dass es einmal soweit kommt? Was in Managementkreisen üblich ist, scheint nun auch im Handwerk angekommen zu sein. Denn weil Stellennachbesetzungen heutzutage durch den Fachkräftemangel zu lange dauern, werden offenbar auch im Handwerk verstärkt Headhunter beauftragt. Die Handwerkskammer Reutlingen warnt vor dreisten Maschen, mit denen die Headhunter versuchen, an die privaten Telefonnummern der Wunschkandidaten zu kommen.

Der Fachkräftemangel im Handwerk hat teilweise bemerkenswerte Auswirkungen. Denn jüngst wurde bekannt, dass durchaus auch im Handwerk Headhunter gezielt versuchen, qualifizierte Arbeitskräfte vom Wettbewerber abzuwerben.

Das Telefon klingelt und der Anrufer fragt, ob man frei sprechen könnte. Dieses für Headhunter übliche Vorgehen funktioniert im Handwerk nicht, weil die Mitarbeiter beim Kunden oder auf der Baustelle sind. Also versuchen die Headhunter, an die private Telefonnummer des Wunschkandidaten zu kommen. Dazu gibt sich neuerdings der eine oder andere dreiste Headhunter eben zum Beispiel auch mal als Mitarbeiter der Handwerkskammer aus, um mit dem Mitarbeiter eine neue Qualifikationsmaßnahme durchzusprechen. Betriebsinhaber, die hier nicht mitdenken und private Daten vom Mitarbeiter weitergeben, machen sich erstens strafbar und verlieren möglicherweise zweitens einen guten Mitarbeiter.

Aktuell sind zwar nur einige Fälle im Elektrohandwerk in den Landkreisen Freudenstadt und Tübingen bekannt geworden, doch Richard Schweizer, Justiziar der Handwerkskammer Reutlingen vermutet, dass die Dunkelziffer weitaus größer ist. Die Headhunter setzen schlichtweg auf die Gutgläubigkeit der Betriebsinhaber, um an die notwendigen Daten heranzukommen. Daher empfiehlt Schweizer, grundsätzlich keine persönlichen Daten weiterzugeben, weil dies nur mit Zustimmung der betreffenden Person zulässig ist. Außerdem bestätigt er, dass Handwerkskammern und deren Bildungseinrichtungen niemals private Telefonnummern von Mitarbeitern abfragen.  

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