Hoher Zins- und Kapitaldruck: Trübe Aussichten für Bauträger

Foto: valeriygoncharukphoto / envatoelements

Die Bauwirtschaft ist eng mit der Immobilienwirtschaft verzahnt. Die Kenntnis über die aktuellen Trends ist daher von großer Bedeutung. So bestätigt eine aktuelle Studie die schlechten Aussichten im Immobilienbereich und prognostiziert, dass sich die Krise aufgrund der verschärften Finanzierungsbedingungen und der Inflation weiter verschärfen wird. Damit wird auch deutlich, dass sich die aktuelle Situation im Wohnungsbau so schnell nicht ändern wird.

Ein tiefes Verständnis der Immobilientrends ermöglicht es der Baubranche, effektiver auf Marktanforderungen zu reagieren, Risiken zu managen, Innovationen voranzutreiben und die langfristige Planung zu optimieren. Die aktuelle Studie „Emerging Trends in Real Estate Europe“ der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) und der Forschungs- und Bildungsinstitution Urban Land Institute (ULI) bietet genau diesen Einblick. So sind die größten Herausforderungen der Immobilienbranche für das kommende Jahr 2024 die Zinsentwicklung, die Inflation und das europäische Wirtschaftswachstum. Laut Studie sind drei Viertel der Führungskräfte der Meinung, dass die aktuelle Bewertung nicht alle Chancen und Herausforderungen im Immobiliensektor widerspiegelt. Es besteht weiterhin eine große Kluft zwischen den Erwartungen von Käufern und Verkäufern. Mehr als 1.000 Befragten gaben an, dass der Markt in Europa noch immer von großer Unsicherheit geprägt sei. Sabine Georgi, Geschäftsführerin des ULI Deutschland/Österreich/Schweiz: „Mit einem Drittel der Befragten, die ´optimistisch sind, dass die Rentabilität im Jahr 2024 steigen wird´, zeigt die Studie eine Verbesserung des Geschäftsvertrauens im Vergleich zum Vorjahr (ein Anstieg um 8 % der Befragten) – wenn auch von einer niedrigen Basis aus und weit unter dem langfristigen Durchschnitt“. Sie bestätigt auch, dass die Entwicklung wegen des schleppenden europäischen Wachstums und der Sorge vor einer Rezession eingetrübt sei.

Szenarien, um den Immobilienmarkt wieder anzukurbeln

Der Immobiliensektor steht vor komplexen Herausforderungen. Anhand der neuen Entwicklung erwartet man, dass die Branche nun auch noch mit einem schwachen Vermietungsmarkt zu kämpfen hat. Es gibt unterschiedliche Szenarien, um die Aktivität auf dem Markt wieder anzukurbeln. Ein Szenario wäre die Stabilisation der Finanzierungsbedingungen. Eine Konjunkturerholung und ein Rückgang bei den Zinsen gehören ebenso dazu. „Die Ergebnisse der Studie zeigen zwar, dass die Branche noch abwartet, aber die Erfahrung aus vergangenen Marktzyklen lehrt, dass diese Phasen sehr gute Einstiegschancen für antizyklische Investoren bieten“, erklärt Thomas Veith, Head of Real Estate PwC Deutschland und Global Leader Real Estate. „Wir gehen davon aus, dass die Verfügbarkeit von Fremd- und Eigenkapital in den kommenden Jahren deutlich eingeschränkt sein wird und zeitgleich erhebliches Kapital für Refinanzierungen und die Transformation von Immobilien benötigt wird“, bestätigt Harald Heim, German Head of Real Estate Deals & Construction PwC sowie PwC EMEA Real Estate Deals Leader.

Schwache Stimmung im Immobilienbereich trotz guter Investitionsmöglichkeiten

Die Entwicklung in Deutschland zeigt, dass Investitionsmöglichkeiten vorhanden sind, doch die Stimmung bei den Investoren und Entwicklern die schlechteste innerhalb Europas ist. Denn die Gründe dafür sind die hohen Zinsen, die Entwicklung in der Ukraine, die Energieknappheit und die hohen Baukosten. Auch zeigt die Entwicklung auf, dass die Verfügbarkeit von Eigenkapital zurückgehen wird, was die Bauträger besonders hart treffen wird. „Die mittelfristigen Aussichten für Immobilien werden deutlich positiver, wenn man davon ausgeht, dass sich die Zinssätze bis dahin stabilisiert haben und die wirtschaftliche Unsicherheit weitgehend verschwunden sein wird”, fasst Georgi zusammen.

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