Die weltweite Anspannung durch die Finanz- und Weltwirtschaftskrise ist immer noch allgegenwärtig spürbar. Dennoch zeigt sich, dass die deutsche Bauwirtschaft nach wie vor gut dasteht. Zwar ist die Entwicklung im europäischen, afrikanischen und asiatischen Raum nicht sonderlich vorangegangen, dafür aber umso mehr in den USA und Kanada, Lateinamerika und Australien. Hier sind die Entwicklungen sehr zufriedenstellend.
Die Qualität deutscher Bauleistung ist weltweit bekannt und wird sehr geschätzt. Daher ist es nicht verwunderlich, dass das internationale Auslandsgeschäft für deutsche Firmen der Bauwirtschaft sehr gut läuft. Es ist trotzdem zu erkennen, dass vor allem der Markt in den USA und Kanada, Lateinamerika und Australien die treibenden Regionen sind. In Europa, Afrika und Asien ist die Entwicklung dagegen eher rückläufig.
Betrachtet man die Bauleistung der deutschen Firmen, die international tätig sind, lassen sich dabei für das Jahr 2012 gut 32 Milliarden Euro identifizieren. Das entspricht einer Steigerung von neun Prozent gegenüber dem Jahr 2011 und entspricht einem neuen Rekordwert. Hinsichtlich der Akquisition neuer internationaler Aufträge konnten außerdem 33 Milliarden Euro verzeichnet werden. Dies ist der zweithöchste Wert seit dem Jahr 2010.
In Anbetracht der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise zeigt sich wieder einmal, dass Deutschland wirklich gut aufgestellt ist und immer noch durch seine Leistung überzeugt. Die Qualität der deutschen Fachkräfte ist im Ausland anerkannt und ungebrochen nachgefragt.
Dennoch gibt es Märkte, in denen die Entwicklung besser ist als in anderen. So sind vor allem die USA und Kanada sowie Australien diejenigen, die das Gros der Auftragseingänge ausmachen. Immerhin umfassen sie zusammen etwa 85 Prozent der internationalen Auftragseingänge. Betrachtet man die drei Regionen für sich, zeigt sich, dass das Auftragsvolumen der USA gegenüber dem Jahr 2011 um 46 Prozent auf 9,6 Milliarden Euro gestiegen ist. In Australien war es eine Steigerung um ein Viertel auf 18,4 Milliarden Euro. Auch der lateinamerikanische Kontinent zieht inzwischen deutlich an. Hier verbesserte sich das Geschäft um 75 Prozent auf 861 Millionen Euro. Brasilien ist dabei der Schwerpunkt im lateinamerikanischen Markt.
Wesentlich gemäßigter sind die Entwicklungen im Rest der Welt. In Europa ging das Auftragsvolumen um gut 740 Millionen Euro zurück, lag bei 2,8 Milliarden Euro. Schwerpunkte in Europa sind dabei Polen und Österreich, Tschechien und Großbritannien, wo die meisten neuen Aufträge an Land gezogen werden konnten. In Asien lag das Volumen nur bei 690 Millionen Euro, was einem Rückgang von 450 Millionen gegenüber dem Jahr 2011 entspricht. In Afrika ging das Auftragsvolumen um 30 Prozent zurück, auf gerade noch 460 Millionen Euro.
So erfreulich und positiv die Geschäftslage gesamtheitlich für das internationale Auslandsgeschäft deutscher Firmen auch ist, so erstrebenswert wäre eine etwas homogenere Verteilung. Die nächsten Monate werden zeigen, wie sich die Lage weiter entwickelt und wie stark die Auswirkungen der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise ihre Kreise ziehen.

















