Keine verpflichtende Gebäudesanierung: Erleichterung am Bau

Foto: stockfilmstudio / envatoelements

Der EU-Rat hat einer Neufassung der Gebäuderichtlinie zugestimmt. Die Pflicht zur Gebäudesanierung ist damit vom Tisch. Diese hätte eine unzumutbare finanzielle Belastung für Immobilienbesitzer bedeutet. Die Ampelregierung steht vor großen Herausforderungen zwischen Haushaltseinsparungen und notwendigen Investitionen. Die Bundesregierung ist jetzt aufgerufen, den Regelungsspielraum zu nutzen und für klare Rahmenbedingungen zu sorgen. Das Ziel ist, bis zum Jahr 2030 den durchschnittlichen Energieverbrauch deutlich zu senken.

Die Neufassung zur EU-Gebäudeenergieeffizienzrichtlinie ist beschlossene Sache. Fast drei Jahre hat die Diskussion gedauert, bis die überarbeitete Richtlinie letzte Woche endlich bestätigt wurde. „Es ist gut, dass die Sanierungspflicht, wie von uns gefordert, vom Tisch ist“, freut sich Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes (ZDB). Eine Sanierungspflicht hätte eine unzumutbare Belastung für alle Immobilienbesitzer bedeutet. Bis Mitte 2026 soll die neue Richtlinie national umgesetzt werden. Die Verhandlungen zur neuen Gebäuderichtlinie waren schwierig und als letztes Gremium hat der Ministerrat nun zugestimmt. „Nichts tun ist allerdings auch bei Wohngebäuden keine politische Option mehr“, erläutert Thomas Drinkuth, Leiter der Repräsentanz Transparente Gebäudehülle (RTG). „Bis 2030 muss der Energieverbrauch beim Wohnen um 16 Prozent sinken, bis 2035 um 20 bis 22 Prozent. Bis 2050 müssen alle Regierungen ihre Gebäudebestände auf das Niveau ‘Nullemission’ bringen.“

Neue Gebäuderichtlinie zur Steigerung der Sanierungen ist dringend notwendig

Die Bundesregierung muss jetzt schnell handeln. Wird die neue Gebäuderichtlinie zur Gebäudesanierung in die nächste Legislaturperiode verschoben, steigt der Druck auf die neue Regierung. Jetzt hat die Regierung die Chance zu beweisen, dass sie die Bau- und Sanierungskrise ernsthaft beenden will. „Das Ergebnis ist grundsätzlich positiv: Eine Sanierungspflicht, die sich auf einzelne Bestandsgebäude bezogen hätte, ist vom Tisch“, erklärt Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH). „Und auch wenn die Anforderungen an Hauseigentümer und Bauunternehmen erheblich bleiben, haben EU-Parlament und Rat eine richtige Grundsatzentscheidung getroffen.“ Auch die Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz (DENEFF) begrüßt die heutige Entscheidung des Rats der Europäischen Union zur Novelle der EU-Gebäuderichtlinie. „Sowohl für den Klimaschutz als auch für die unter Druck stehende Sanierungsbranche ist dies ein dringend erwarteter Schritt in die richtige Richtung. Wir erwarten von der Richtlinie positive Signale, um den immer massiver werdenden Sanierungsstau endlich aufzulösen.“, so DENEFF-Geschäftsführer Christian Noll.

Gebäudesanierung hat einen neuen Tiefpunkt erreicht

Denn in Deutschland hat die Gebäudesanierung einen Tiefpunkt erreicht. Endlich müssen Konsequenzen aus den Energiepreisschocks gezogen werden. Die Umsetzung der Gebäuderichtlinie muss schnell erfolgen. „Das muss noch in dieser Legislaturperiode passieren“, fordert Noll. „Bauministerin Geywitz hat immer wieder angekündigt, öffentliche Gebäude, Schulen und Rathäuser vorrangig zu sanieren. Wo bleibt der Umsetzungsplan?“ Die Haushalte sind deutlich belastet. Die Gebäuderichtlinie zur Gebäudesanierung könnte sich positiv auf die Baubranche auswirken. Im Bereich der Gebäudesanierung sind eine halbe Million Menschen beschäftigt.

Kommentare

1.3 3 votes
Wie gefällt Ihnen dieser Artikel?
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
0 Comments
Inline Feedbacks
View all comments

Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen?

Dann melden Sie sich doch gleich an zum kostenlosen E-Mail-Newsletter und lassen sich über weitere Neuigkeiten wöchentlich informieren!

Hinweis: Sie können den Newsletter von meistertipp.de jederzeit und kostenfrei abbestellen. Ihre Daten werden nur zum Versand des Newsletters genutzt. Wir geben Ihre Daten nicht weiter. Mehr Informationen zum Umgang mit Nutzer-Daten finden Sie in unserer Datenschutz-Erklärung.

Das könnte Sie auch interessieren

Messen & Kongresse 2024

Der große Meistertipp-Kalender: Messen und Kongresse 2024 für Bauindustrie, Baugewerbe, Bauhandwerk und die Bauwirtschaft.

Newsletter

Verpassen Sie nichts mehr mit unserem kostenlosen Newsletter. So werden Sie frühzeitig über anstehende Veranstaltungen informiert und bleiben immer auf dem neusten Stand.

Hinweis: Sie können den Newsletter von meistertipp.de jederzeit und kostenfrei abbestellen. Ihre Daten werden nur zum Versand des Newsletters genutzt. Wir geben Ihre Daten nicht weiter. Mehr Informationen zum Umgang mit Nutzer-Daten finden Sie in unserer Datenschutz-Erklärung.